Patient*inneneindruck: Nierentransplantation

„Ich durfte bei guten Werten und Lebensqualität erleben, wie meine Tochter erwachsen wurde, ihre Liebe fand und mich zur stolzen Oma machte.“

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Es ist Samstag. 20. April 1991. 

Dialyse ist angesagt. Jeden 2. Tag in der Woche. Routine. Ich freue mich auf zu Hause; auf mein Mittagessen, Klöpschen mit Gurkengemüse. Gerade möchte ich lesen, um die Zeit zu überbrücken bis zum Abbauen der Maschine. 

An der Tür steht Dr. G. und sagt zur Dialyseschwester: „Lassen Sie Frau R. bitte nachher nicht nach Hause gehen. Ich muss ihr etwas Wichtiges sagen.“ Ha, von wegen. Ich will nach Hause! Nach der Dialyse beim Doktor im Sprechzimmer: „Frau R., Halle hat eine Niere für Sie.“ „Ähm, nein. Ich muss nach Hause. Mittagessen.“ Ein strenger Blick meines Doktors: „Aber Frau R.?!“ Er hat natürlich recht. Eine Niere. Hurra! Jetzt muss alles schnell gehen. Mein Mann und ich düsen nach Hause. Tasche abholen. Blut im Labor abholen. Habe ich auch nichts vergessen? Auf zum Flughafen. Angst!!! 

Schnell noch meinen Mann drücken. Der Hubschrauber steht bereit. Und schon geht es los. Auf in das Transplantationszentrum. Ich werde bereits erwartet. Eine Ärztin spricht mit mir und klärt mich über alle möglichen Risiken auf. Mir schwirrt der Kopf. Angst! Hoffnung?! Angst!

Lieber Gott. Ich habe Vertrauen zu den Ärzten und Schwestern. Aber ein bisschen Hilfe von dir kann ja nicht schaden. 21. April 1991. Es muss nach Mitternacht sein. Ich lebe noch, schlafe aber gleich wieder ein. Als ich die Augen wieder aufmache „kramt“ jemand an meiner rechten Körperhälfte herum. Ein Pfleger hält den Urinbeutel hoch. „Sie pinkelt schon.“ Sie pinkelt schon? Ach ja, meine neue Niere. 

Das ist jetzt fast 28 Jahre her. Meine gute neue Niere. Ja, meine wirklich GUTE. Ich durfte bei guten Werten und guter Lebensqualität erleben, wie meine Tochter erwachsen wurde, ihre Liebe fand und mich zur stolzen Oma machte. Und ich durfte miterleben, wie sich meine Enkelkinder entwickelten. Ist es nicht ein großes Glück! 

Ein großes Dankeschön an alle, die mir immer geholfen haben. Vor allem dem Team des Transplantationszentrums, dem Team der Ärzte, Schwestern und Pfleger meiner Dialysestation. Allen voran meinem unbekannten Spender. 

Danke, dass du einen Organspendeausweis hattest und deine Angehörigen deinen Willen kannten und respektierten.

DANKE!