Sportliche Aktivität fördert das Wohl­befinden und stärkt die Gesundheit

Sport und Bewegung im richtigen Maß wirken gesundheits­fördernd und sollten daher in Ihren All­tag mit eingeplant werden.

Warum sind sport­liche Aktivitäten wichtig?

  • Sportliche Aktivität fördert das Wohl­befinden und verbessert Ihre Gesundheit.
  • Sie hilft Ihnen, einen Alltags­aus­gleich zu finden und Stress ab­zu­bauen sowie das Körper­gewicht stabil zu halten oder ggf. auch zu reduzieren.
  • Sport wirkt der Ent­wicklung einer Osteoporose ent­gegen und hat einen positiven Ein­fluss auf den Stoff­wechsel. Dies ist insbesondere deshalb von Vor­teil, da unter der Ein­nahme von Immun­suppressiva erhöhte Blut­zucke­rwerte auf­treten können und demnach das Risiko für Diabetes mellitus erhöht ist.

Weitere hilfreiche Informationen und Tipps finden Sie in unseren Patientenbroschüren.

Werden Sie aktiv

Sport nach der Transplantation

Durch einen aktiven Alltag und angepasste, sport­liche Betätigungen können Sie nicht nur Ihre körper­liche Leistungs­fähigkeit und die Lebens­qualität steigern, sondern auch die Prognose verbessern.

Gleichen Sie Flüssig­keits­verlust bei Sport mit aus­reichender Flüssig­keits­aufnahme aus.

Wann kann ich nach der Transplantation wieder sport­lich aktiv werden?

  • Nach der Transplantation ist eine frühe Mobi­lisierung sehr wichtig; bringen Sie daher körper­liche Bewegungen wie z.B. Spazier­gänge in Ihren All­tag ein. Hierbei können Schritt­zähler hilf­reich sein. Einige Kranken­kassen verleihen diese Geräte bereits, aber auch mittels Handy ist heut­zutage eine Erhebung der Schritte im Alltag möglich.
  • Sie sollten nach der Transplantation starke An­strengungen und schweres Heben vermeiden, da die Wund­heilung noch nicht voll­ständig ab­geschlossen ist.
  • Der Beginn von sportlicher Aktivität nach der Transplantation ist abhängig vom individuellen Wohl­befinden, dem transplantierten Organ und dem all­gemeinen Gesundheits­zustand. Sie sollten nach der Transplantation mindestens drei Monate warten, bevor Sie sich sport­lich betätigen. Wenn Sie Ihre Kondition durch regel­mäßige Spazier­gänge bereits bessern konnten, dann sind auch Übungen am Ergo­meter/Heim­trainer, Walking oder Fahrrad­fahren im Freien möglich.
  • Halten Sie Rück­sprache mit Ihrem behandelnden Arzt und Transplantationszentrum sowie Physio­therapeuten oder Sport­mediziner und entwickeln Sie gemeinsam einen Bewegungsplan.

Welche Sport­arten darf ich ausführen?

  • Führen Sie lange Spazier­gänge und Wanderungen durch.
  • Grundsätzlich sind Aus­dauer­sportarten nach Rück­sprache mit Ihrem Arzt zu empfehlen (z.B. Walking, langsames Jogging oder Rad­fahren etc.). Schwimmen ist nach voll­ständig abgeschlossener Wund­heilung möglich, sollte jedoch in Hallen­bädern oder in Bade­gewässern mit aus­reichend Wasser­bewegung (z.B. Meer) statt­­finden. Vermeiden Sie stehende Gewässer wie Bade­seen. Schützen Sie sich unbedingt vor Unter­kühlung und wechseln Sie nasse Bade­bekleidung sofort.
  • Achten Sie auf eine aus­reichende Hände- und Fuß­des­infektion nach der Nutzung von Sauna, Schwimm­bad und öffent­lichen Gewässern.
  • Von intensiven Körper­sport­arten wie Kampf­sport wird abgeraten.


Bringen Sie körper­liche Bewegungen in Ihren Alltag ein

  • Verzichten Sie auf das Auto und gehen Sie zu Fuß oder nehmen Sie das Fahrrad.
  • Nutzen Sie die Treppe anstelle des Aufzugs.
  • Vermeiden Sie langes Sitzen. Stehen Sie spätestens nach zwei Stunden auf und bewegen Sie sich.
  • Führen Sie Kurz­übungen am Schreibtisch durch.

Worauf muss ich bei sport­licher Aktivität nach einer Trans­plantation achten?

  • Sportliche Aktivität ist sehr empfehlens­wert, beginnen Sie jedoch schritt­­weise und zunächst unter fach­licher Aufsicht und Anleitung.
  • Es wird empfohlen, die sport­liche Aktivität langsam zu steigern. Aufgrund des dauer­haften Bewegungs­mangels und häufiger Dialyse-Termine (Nieren­transplantierte) kann die Muskulatur deutlich geschwächt und auch ein gewisser Knochen­abbau eingetreten sein.
  • Daneben besteht durch die Ein­nahme von bestimmten Immun­suppressiva (z.B. Kortiko­steroide, Tacrolimus) ein erhöhtes Risiko für Osteoporose und damit für Knochen­brüche.
  • Die Intensität der körper­lichen Belastung sollte sich an dem Blut­druck- und Puls­verhalten orientieren. Die Verwendung von Puls­uhren ist eine Mög­­lich­keit, Ihren Belastungs­puls bei sport­lichen Aktivitäten zu kontrollieren. Halten Sie hierzu Rück­sprache mit Ihrem Arzt.
  • Trinken Sie aus­reichende Mengen an Flüssig­keit und achten Sie auf Sonnen­­schutz beim Sport im Freien.

Bei welchen Sport­arten sollte ich vorsichtig sein?

  • Bei Sport­arten mit erhöhtem Verletzungs- und Sturz­risiko sollte man nach der Transplantation je nach Er­fahrung und Intensität zurück­haltend sein (z.B. Kampf­sport, Reiten, Ski Alpin etc.).
  • Seien Sie vorsichtig bei Sport­arten mit unkontrollierten Bewegungen, dem Einsatz von Gegen­ständen (z.B. Tennis­schläger, Bälle etc.) oder sehr großer Kraft­anstrengung.
  • Stöße oder Erschütterungen können zu Schädigungen an Ihrem neuen Organ führen.

Wann sollte ich auf Sport verzichten?

Verzichten Sie auf sportliche Aktivitäten bei …

  • hohen Außentemperaturen
  • Fieber
  • Infekten (auch ein bis zwei Wochen nach einem Infekt)
  • Schmerzen
  • starker Erschöpfung/Müdigkeit


Wann sollte ich die sportliche Aktivität unterbrechen?

Stoppen Sie Ihre sportliche Aktivität bei …

  • ungewöhnlich hohem Puls
  • unregelmäßigem Herzschlag und Schmerzen im Brustbereich
  • Kurzatmigkeit
  • starkem Schwitzen
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Muskelkrämpfen
  • Sehstörungen


Sollten Beschwerden unter Belastung auftreten, halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt!

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Wie kann ich meine Motivation für sport­liche Aktivitäten steigern?

  • Nur regel­mäßiges Training führt zu Erfolg! Daher ist es wichtig, dass Sie Freude an der Sportart haben.
  • Nehmen Sie Ihre Leistungs­steigerung bewusst wahr, denn dies steigert Ihre Motivation.
  • Betreiben Sie Sport mit Gleich­gesinnten in Gruppen (z.B. mit anderen Organ­transplantierten) und zu festen Terminen. Bei Zeit­mangel wählen Sie Sport­arten aus, die Sie auch zu Hause aus­üben können. Wichtig ist, die Regel­mäßigkeit in den Alltag zu integrieren.
  • Informieren Sie sich bei Ihrem Arzt über die Mög­lichkeit zur Teil­nahme an speziellen Trainings­gruppen (z.B. „Herz- oder Lungen­gruppe“, Funktions­­training) in Ihrer Nähe.