Sport und Bewegung

Sport und Bewegung

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Wie verhalte ich mich in meinem Alltag?

Auch nach einer Organtransplantation sind die positiven Effekte von Sport nicht von der Hand zu weisen. Ganz im Gegenteil: Sport ist nach einer Organtransplantation besonders wichtig.

Sport und Bewegung

Nach der Transplantation kann sich Sport positiv auf Ihren Körper und Geist auswirken. Wichtig ist, dass Sie bei sportlicher Aktivität auf Ihren Körper hören und ihn nicht überlasten. Sprechen Sie sich bei Unsicherheit über die Art und das Maß an sportlicher Aktivität mit Ihrem Transplantationszentrum ab und beachten Sie folgende Hinweise:


Wenn Sie weitere Informationen zum Thema Sport nach der Transplantation suchen, finden Sie viele hilfreiche Tipps in unserer Broschüre „AKTIV LEBEN“.

  • Schonen Sie Ihren Körper nach der Transplantation und verzichten Sie für mindestens drei Monate auf Sport.
  • Überanstrengen Sie sich nicht und unterbrechen Sie die sportliche Betätigung bei Symptomen von Erschöpfung. Puls und Blutdruck sind hier hilfreich zur Selbstkontrolle.
  • Üben Sie nur Sportarten aus, die ein möglichst geringes Verletzungsrisiko bergen und die mit wenig Kraftanstrengung verbunden sind, wie langsames Jogging oder Fahrradfahren.
  • Motivieren Sie sich durch Sport in der Gruppe.
Es ist allgemein bekannt, dass sich Sport und Bewegung positiv auf die Gesundheit auswirken, Stress reduzieren und dabei helfen können, das Körpergewicht zu stabilisieren. Auch nach einer Organtransplantation sind die positiven Effekte von Sport nicht von der Hand zu weisen. Ganz im Gegenteil: Sport ist nach einer Organtransplantation besonders wichtig. Dies hat verschiedene Gründe. Vor einer Organtransplantation leiden Menschen häufig an einem Bewegungsmangel, der zur Verkümmerung der Muskeln führt. Und vor einer Nierentransplantation werden die Muskeln meist doppelt belastet. Während der Dialyse-Termine sitzen die Patient*innen regelmäßig über Zeiträume von mehreren Stunden. Gleichzeitig bringt die Dialyse ein hohes Risiko für eine Mangelernährung mit sich, welche sich ebenfalls negativ auf die Muskelmasse auswirken kann. [7] Durch Ernährungstherapie und Sport kann dem Muskelabbau entgegengetreten werden. Außerdem ist körperliche Aktivität besonders unter der Einnahme von Immunsuppressiva ein wichtiges Werkzeug, um erhöhten Blutzuckerwerten, die in Diabetes mellitus gipfeln können, entgegenzuwirken. Trotz der positiven Auswirkungen sind beim Sport für Transplantierte einige Besonderheiten zu beachten, um den Körper bestmöglich zu schonen, aber gleichzeitig auch zu unterstützen.

Sport nach der Transplantation – Ab wann?

Viele frisch Transplantierte möchten gerne wieder Sport in ihren Alltag integrieren. Aber wann ist der richtige Zeitpunkt dafür? Wie viel Sport und welche Sportart sind nach der Transplantation gut für Sie? Es ist wichtig, dass Sie sich nach einer Organtransplantation möglichst zeitnah mobilisieren. Jedoch benötigt Ihr Körper erst einmal eine Schonzeit von mindestens drei Monaten, in der Sie sich nicht sportlich betätigen.

Sport nach der Transplantation – Wie viel?

Starke Anstrengungen und schweres Heben können Ihre Wundheilung direkt nach der Transplantation behindern. Sie können zunächst mit Spaziergängen beginnen und Ihre Aktivität langsam steigern. Dabei sollte das Pensum stets an Ihr individuelles Wohlbefinden und Ihren allgemeinen Gesundheitszustand angepasst werden. Blutdruck und Puls eignen sich gut, um abzuschätzen, in welcher Intensität die körperliche Belastung gut für Sie ist. Die Rücksprache mit dem Transplantationszentrum sowie ärztlichen und physiotherapeutischen Fachkräften kann Ihnen dabei helfen, das richtige Maß an Sport zum richtigen Zeitpunkt zu finden.

Welche Sportarten nach der Transplantation?

Grundsätzlich sind vor allem Ausdauersportarten nach ärztlicher Rücksprache zu empfehlen, wie zum Beispiel Spaziergänge, Walking, langsames Jogging, Radfahren, Gymnastik oder Wandern. [6] Auch Schwimmen ist nach vollständiger Wundheilung eine gute Wahl. Sie sollten jedoch zum Infektionsschutz stehende Gewässer meiden bzw. nach einem Schwimmbad- oder Saunabesuch die Hände und Füße ausreichend desinfizieren. Intensive Sportarten wie Kampfsport sind nicht zu empfehlen. Wenn Sie ein Sportmuffel sind, sollten Sie versuchen, mehr Bewegung in Ihren Alltag zu integrieren, also das Auto ruhig öfters mal stehen lassen oder die Treppe statt den Aufzug nehmen. Wenn Sie sich unsicher sind, welche Sportart für Sie nach der Transplantation die richtige ist, sprechen Sie mit Ihrem Transplantationszentrum.

Wann sollte Sport nach einer Transplantation vermieden werden?

Bei allen Sportarten, die Ihnen und Ihrem neuen Organ schaden könnten, sollten Sie Vorsicht walten lassen. Dazu zählen vor allem Sportarten, die mit einem erhöhten Verletzungs- und Sturzrisiko einhergehen, wie z. B. Kampfsport, Reiten, Skifahren etc.. Auch Sportarten mit unkontrollierten Bewegungen, dem Einsatz von Gegenständen (Tennisschläger, Bälle etc.), intensivem Körperkontakt oder sehr großer Kraftanstrengung  (z. B. Gewichtheben, Hoch- und Weitsprung) bergen das Risiko von Verletzungen.
Gänzlich auf Sport verzichten sollten Sie bei:
  • Hohen Außentemperaturen
  • Fieber
  • Schmerzen
  • Starker Erschöpfung
  • Müdigkeit
  • Infekten
Auch ein bis zwei Wochen nach einem Infekt sollten Sie Ihrem Körper die Zeit zur Erholung geben, die er braucht. Hören Sie auf Ihren Körper und überfordern Sie ihn nicht. Dasselbe gilt auch, während Sie sich sportlich betätigen. Die folgenden Anzeichen zeigen Ihnen, dass es Zeit ist, sich zu schonen und die sportliche Aktivität zu unterbrechen:
  • Ungewöhnlich hoher Puls
  • Unregelmäßiger Herzschlag und Schmerzen im Brustbereich
  • Starkes Schwitzen
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Muskelkrämpfe
  • Sehstörungen
Wenn Sie während körperlicher Belastung Beschwerden wahrnehmen, sollten Sie Rücksprache mit Ihrem*Ihrer Ärzt*in halten, um Ihr neues Organ bestmöglich zu schützen.

Eine Frage der Motivation

Durch einen aktiven Alltag und angepasste sportliche Aktivitäten können Sie nicht nur Ihre körperliche Leistungsfähigkeit und Lebensqualität steigern, sondern auch die Prognose verbessern. Trotzdem reicht die Motivation zu mehr Sport manchmal nicht aus. Das ist völlig normal und geht vielen Menschen so. Es kann sehr motivierend sein, wenn Sie Sport zu festen Terminen in der Gruppe, z. B. mit anderen Transplantierten, betreiben. Ihr*Ihre Ärzt*in kann Ihnen dabei helfen spezielle Trainingsgruppen (z. B. „Herz- oder Lungengruppe“, Funktionstraining) zu finden. Wenn Sie es bevorzugen, allein sportlich aktiv zu werden, oder unter Zeitmangel leiden, bietet es sich an Sportarten zu Hause auszuüben. Wichtig für den Erfolg ist nur, dass die körperliche Aktivität fester Bestandteil Ihres Alltags wird. Maßgeblich ist daher die Freude an sportlicher Betätigung.

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