Urlaub und Freizeit

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Wie verhalte ich mich in meinem Alltag?

Im Urlaub finden viele Menschen die Entspannung, die ihnen im Alltag fehlt. Und auch Sie müssen nach einer Organtransplantation nicht auf diesen Ausgleich verzichten.

Urlaub und Freizeit

Auch nach einer Organtransplantation müssen Sie nicht auf Urlaube und Auslandsaufenthalte verzichten. Sie können bei Urlauben einen Ausgleich zum Alltag finden, solange Sie einige einfache Regeln zu folgenden Themen befolgen:


Wenn Sie weitere Informationen zum Thema Urlaub und Reisen nach der Transplantation suchen, finden Sie viele hilfreiche Tipps in unserer Broschüre „AKTIV LEBEN“. 

  • Die medizinische Versorgung sollte auch im Urlaubsland sichergestellt sein. Dazu gehört die Notfallbehandlung von möglichen Komplikationen, die regelmäßige Einnahme von Immunsuppressiva und evtl. nötige Dialysebesuche nach einer Nierentransplantation. 
  • Immunsuppressiva erhöhen Ihre Anfälligkeit für Infektionen. Bereiten Sie eine Reise entsprechend vor: Achten sie auf die Wahl des Reiseziels, Schutzimpfungen und ggf. Malaria-Prophylaxe. Vor Ort sollten Sie in Regionen mit schlechten hygienischen Verhältnissen unbedingt den Konsum von Leitungswasser vermeiden.
  • Immunsuppressiva verstärken den gefährlichen Effekt von UV-Strahlung [8]. Schützen Sie Ihre Haut vor direkter Sonneneinstrahlung und nehmen Sie entsprechend lange Kleidung und Sonnenschutzmittel mit auf die Reise.
Im Urlaub finden viele Menschen die Entspannung, die ihnen im Alltag fehlt. Und auch Sie müssen nach einer Organtransplantation nicht auf diesen Ausgleich verzichten. Bei Beachtung einiger Verhaltensregeln ist das Reisen weiterhin möglich. Wie immer gilt: Seien Sie sich über die speziellen Bedürfnisse Ihres Körpers nach einer Organtransplantation bewusst und handeln Sie verantwortungsvoll. Dann kann ein Urlaub eine Bereicherung für Körper und Geist sein. Es gibt bei der Planung einer Reise folgende Dinge zu beachten:

Medizinische Versorgung

Zunächst einmal sollten Sie, wie im Alltag auch, Ihr transplantiertes Organ möglichst gut schützen. Da kurz nach der Organtransplantation noch ein erhöhtes Risiko für Komplikationen besteht, sollten Sie im ersten Jahr ein Reiseziel in der Nähe aussuchen und darauf achten, dass die medizinische Versorgung vor Ort angemessen ist (z. B. Dialyse, Nephrologe) und Ihr Versicherungsschutz auch im Ausland gegeben ist (ggf. Rücktransport im Krankheitsfall). Nehmen Sie Notfallnummern und medizinische Dokumente (Transplantations- und Impfausweis, Medikamentenplan, ggf. auf Englisch) mit. Es bietet sich außerdem an, eine Reiserücktrittsversicherung abzuschließen.

Immunsuppressiva – Regelmäßige Einnahme auch auf Reisen

Eine weitere Besonderheit nach einer Transplantation stellt die Einnahme von Immunsuppressiva dar. Wichtig ist, dass Sie auch auf Reisen die regelmäßige Einnahme Ihrer Medikamente sicherstellen. Nehmen Sie also einen ausreichenden Vorrat Ihrer Medikamente mit (auch im Handgepäck!) und beachten Sie dabei, dass diese vorschriftsgemäß gelagert werden.

Immunsuppressiva – Schutz vor Infektionen durch Impfung

Die Einnahme von Immunsuppressiva macht Sie anfälliger für Infektionen. [8] Um Infektionen zu vermeiden, lassen Sie sich vor Antritt einer Fernreise durch einen*eine Ärzt*in oder Tropen-/Reisemediziner*in über mögliche Infektionsrisiken und erforderliche Impfungen aufklären. Sie können zusätzlich selbst die aktuellen Impfempfehlungen der ständigen Impfkommission (STIKO) für Ihr Reiseland verfolgen. Zu beachten ist, dass die Wirkung von Schutzimpfungen mit Totimpfstoffen durch Immunsuppressiva unterdrückt werden kann. Andersherum können Lebendimpfstoffe mit abgeschwächten Erregern (z. B. gegen Masern-Mumps-Röteln [MMR], Gelbfieber, Grippeschutzimpfung über die Nase etc.) bei Ihnen zu einer Infektion führen. Lebendimpfstoffe sollten daher nach einer Transplantation nicht eingesetzt werden!

Immunsuppressiva – Schutz vor Malaria

Vor Reisen in Regionen mit einem erhöhten Malaria-Vorkommen sollten Sie sich über eine Malaria-Prophylaxe bei einer Beratungsstelle für Reisemedizin informieren. Weitere Schutzmaßnahmen sind das Tragen von langer heller Kleidung sowie die Verwendung von Klimaanlagen, Mückennetzen und Mückenschutzmitteln. Vorsicht: Klimaanlagen können auch die Verbreitung von Keimen erhöhen.

Immunsuppressiva – Schutz vor Infektionen durch eine gute Hygiene

Reisen Sie in eine Region mit geringen hygienischen Bedingungen, sollten Sie ebenfalls mit einem erhöhten Infektionsrisiko rechnen und sich entsprechend schützen. Vermeiden Sie unbedingt Leitungswasser. Das bedeutet auch, dass Sie auf rohe Nahrungsmittel, die mit Leitungswasser gewaschen wurden, verzichten sollten. Auch zum Zähneputzen sollten Sie nur Wasser aus geschlossenen Flaschen verwenden.

Immunsuppressiva – Schutz vor UV-Strahlung

Da UV-Strahlung bei Einnahme von Immunsuppressiva noch intensiver wirkt, sollten Sie sich ausreichend schützen. [8] Vermeiden Sie möglichst direkte Sonneneinstrahlung auf der Haut durch das Tragen von langer Kleidung und die Verwendung von Sonnenschutzmitteln. Bedenken Sie, dass insbesondere in äquatorialen Regionen die UV-Strahlenbelastung deutlich höher ist als in unseren Breitengraden.

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