Welche Ursachen für Funktions­verluste gibt es?

Der Funktionsverlust eines Organs kann unterschiedliche Gründe haben. In der Regel sind Erkrankungen oder schwere Unfälle die Ursache und können im schlimmsten Fall eine Trans­plantation von Organen not­wendig machen. Am Beispiel der Leber und Nieren werden nach­folgend einige Ur­sachen und An­zeichen des Funktions­verlustes näher erläutert.

Funktionen und Erkrankungen der ...

Als Teil des Harn­systems dienen die paarig an­gelegten Nieren der Fil­terung und an­schließenden Aus­scheidung giftiger Sub­stanzen über den Urin, der Re­gulation des Wasser- und Salz­haus­haltes sowie der Her­stellung lebens­wichtiger Hor­mone.

Nieren­schädi­gungen mit einem Verlust der Nieren­tätig­keit (Nieren­insuffizienz) bis hin zum voll­ständigen Organ­ver­sagen können viele ver­schiedene Gründe haben. Die häufigsten Ur­sachen sind Infek­tionen, Medi­kamenten­miss­brauch, Blut­hoch­druck und Diabetes. Seltener können auch an­geborene Nieren­erkrankungen oder Nieren­krebs ver­antwortlich für Nieren­schädi­gungen sein. Dabei kann es innerhalb weniger Tage bis Wochen zu einem kom­pletten Funktions­aus­fall der Nieren kommen (akutes Nieren­ver­sagen). Dem­gegenüber ent­wickeln sich chro­nische Nieren­schäd­igungen zunächst symptom­los über mehrere Jahre. Charak­teris­tische An­zeichen für ein Nieren­ver­sagen sind u.a.:

  • Müdig­keit, Ab­geschlagen­heit, Schwäche, Bewusst­seins­stör­ungen
  • Juck­reiz
  • Übel­keit und Er­brechen
  • Wasser­ein­lage­rungen
  • Herz-Kreis­lauf-Probleme
  • Schmerzen im Bereich der Nieren

Besteht der Verdacht auf eine Nieren­insuffizienz oder ein Nieren­ver­sagen, können an­hand einer ver­ringerten glome­rulären Fil­tra­tions­rate – Filter­leistung der Nieren in einem be­stimmten Zeit­raum – Rück­schlüsse auf das Aus­maß der Funktion­s­ein­schränkung gezogen werden. Darüber hinaus kann der Arzt er­höhte Kreatinin­werte im Blut fest­stellen.

Ab wann ist eine Nieren­trans­plantation not­wendig?

Lässt sich die Nieren­funktion nicht wieder­herstellen, kann der Betroffene dauerhaft auf eine Dialyse angewiesen sein. Hierbei handelt es sich um ein Nieren­­ersatz­­ver­fahren, bei dem Schad­stoffe maschinell aus dem Blut gefiltert werden. Die einzige Mög­lich­keit, häufige und lebens­lange Dialyse­­behandlungen zu vermeiden und somit die Lebens­qualität der Betroffenen zu verbessern, ist die Trans­plan­tation einer Spender­niere.

Die Leber ist als größtes Stoff­wechsel­organ des Körpers maß­geblich an der Regu­lation von Verdauungs- und Stoff­wechsel­vor­gängen beteiligt. Sie verwertet die Bestand­teile aus der Nahrung und ist für die Her­stellung lebens­not­wendiger Proteine ver­ant­wortlich. Zudem entgiftet und reinigt die Leber das Blut von Schad­stoffen.

Obwohl die Leber sehr wider­stands- und regenerations­fähig ist, können schwer­wiegende Schädigungen zunächst zur Bil­dung von Narben führen, die all­mählich das gesunde Gewebe ersetzen und letzt­lich zu einer Leber­zirrhose führen. Neben verschiedenen Autoimmun- und Stoff­wechsel­erkrankungen schädigen Alkohol­miss­brauch sowie Hepatitis C die Leber. Folgende Symptome lassen eine Leber­schädigung vermuten:

  • Müdig­keit und Ab­geschlagen­heit
  • Appetit- und Gewichts­verlust
  • Blähungen
  • Schwindel
  • Haut­veränderungen (Leber­sternchen, Gelb­färbung)
  • Wasser­ein­lagerungen
  • Konzen­trations­störungen

Blut­unter­suchungen geben zunächst Auf­schluss über veränderte Leber­werte. Befinden sich bestimmte Eiweiß- und Enzym­konzen­trationen sowie Bilirubin, ein Abbau­produkt des roten Blut­farb­stoffes, außer­halb des Norm­bereiches, werden weiter­führende Unter­suchungen unter­nommen, um den Ver­dacht auf eine Leber­schädigung zu er­härten. Ist die Leber­er­krankung sehr weit fort­geschritten und nicht mehr behandel­bar, kann eine Leber­trans­plan­tation er­forderlich werden.