Der Aufbau und die Funktion der Leber erklärt
Die Leber (griechisch hepar) ist mit ungefähr 1.600 – 1.800 g die größte Drüse des menschlichen Körpers. Sie liegt im rechten Oberbauch direkt unter dem Rippenbogen und übernimmt zentrale Aufgaben im Stoffwechsel und bei der Entgiftung. Sie produziert täglich bis zu einem Liter Gallenflüssigkeit bzw. Galle und gibt wichtige Stoffwechselprodukte ins Blut ab. Außerdem baut sie sowohl körpereigene als auch körperfremde Stoffe ab und ist damit unverzichtbar für einen gesunden Organismus..1,2
Leber Aufbau
Mikroskopisch besteht die Leber aus vielen, kleinen, sechseckigen Leberläppchen mit ca. 1 – 2 mm Durchmesser. Die Hauptzellen der Leber heißen Hepatozyten und sind verantwortlich für die meisten Leberfunktionen (u. a. die Produktion der Gallenflüssigkeit). In der Mitte jedes Leberläppchens verläuft eine Zentralvene, die mit den Blutkanälchen (Sinusoiden) in Verbindung steht. Die Blutversorgung erfolgt auf zwei Wegen: Die Pfortader transportiert nährstoffreiches Blut aus dem Verdauungstrakt, während die Leberarterie sauerstoffreiches Blut zuführt. Beide münden in die Blutkanälchen, wo sich das Blut vermischt und zu den Zentralvenen abfließt. Die Gallenkanälchen hingegen leiten die von den Leberzellen produzierte Gallenflüssigkeit ab.1,2
Mikroskopisch besteht die Leber aus vielen, kleinen, sechseckigen Leberläppchen mit ca. 1 – 2 mm Durchmesser. Die Hauptzellen der Leber heißen Hepatozyten und sind verantwortlich für die meisten Leberfunktionen (u. a. die Produktion der Gallenflüssigkeit). In der Mitte jedes Leberläppchens verläuft eine Zentralvene, die mit den Blutkanälchen (Sinusoiden) in Verbindung steht. Die Blutversorgung erfolgt auf zwei Wegen: Die Pfortader transportiert nährstoffreiches Blut aus dem Verdauungstrakt, während die Leberarterie sauerstoffreiches Blut zuführt. Beide münden in die Blutkanälchen, wo sich das Blut vermischt und zu den Zentralvenen abfließt. Die Gallenkanälchen hingegen leiten die von den Leberzellen produzierte Gallenflüssigkeit ab.1,2
Die Leberlappen und Segmente
Die Leber ist aus einem größeren rechten und einem kleineren linken Lappen aufgebaut, wobei diese noch feiner in acht Lebersegmente unterteilt sind. Sie bilden jeweils eine funktionelle Untereinheit und verfügen über eigene Versorgungsäste der Pfortader, der Leberarterie und der Gallengänge. Dadurch, dass die Leber segmentiert ist und alle Untereinheiten eine eigene Blutversorgung haben, sind gezielte Teilentfernungen des Organs (z. B. bei Krebserkrankungen) oder auch die Lebendleberspenden möglich.1
Funktion der Leber
Stoffwechselregulation
Die Leber steuert den Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel. Sie speichert Zucker (Glukose) in Form von Glykogen, setzt es bei Bedarf wieder als Glukose frei und reguliert so den Blutzuckerspiegel. Sie lagert Fette an und bildet aus ihnen sogenannte Ketonkörper, die neben Glukose als alternative Energiequellen genutzt werden können (z. B. beim Fasten). Darüber hinaus produziert sie wichtige Plasmaproteine wie Albumin, das Stoffe sowie Gerinnungsfaktoren im Blut transportiert, damit Blut bei Verletzungen gerinnt und Wunden heilen können. Sie spaltet zudem Eiweiße in ihre einzelnen Bestandteile, die Aminosäuren, auf, die der Körper für die Herstellung neuer Proteine benötigt.3
Entgiftung
Als Entgiftungsorgan baut die Leber Alkohol, Medikamente, Schadstoffe und Abbauprodukte über zwei Phasen ab. Im ersten Teilschritt werden die Stoffe chemisch so verändert, dass sie in der zweiten Abbauphase zu harmlosen und wasserlöslichen Verbindungen umgebaut werden können. Diese können anschließend über die Galle oder die Nieren ausgeschieden werden.3
Hormonproduktion
Neben anderen Hormondrüsen produziert auch die Leber einige Hormone sowie deren Vorstufen und fördert so Wachstum und Stoffwechsel. Außerdem werden Hormone in der Leber umgewandelt: Vitamin D (in Form von Cholecalciferol) wird in die letzte Vorstufe Calcidiol, auch als Speicherform des Vitamin D bekannt, und das Schilddrüsenhormon Thyroxin (T4) in Trijodthyronin (T3) umgewandelt. Diese Funktionen spielen für die Balance des Hormonhaushalts eine wichtige Rolle.3
Gallenbildung
Die Leber produziert täglich bis zu einem Liter Gallenflüssigkeit,4 die zur Vorverdauung von Fetten im Dünndarm verantwortlich ist. Die Galle wird über die Gallenkanälchen hin zum Gallengang geleitet und von dort in der Gallenblase gespeichert. Hier kann sie konzentriert und je nach Bedarf in den Dünndarm abgegeben werden.5 Im Dünndarm sorgt sie durch ihre seifenartige Zusammensetzung dafür, dass Nahrungsfette verdaulicher werden.3
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Wo sitzt die Leber?
Die anatomische Lage der Leber befindet sich im rechten Oberbauch direkt unter dem Zwerchfell und wird durch den darüberliegenden unteren Rippenbogen geschützt. Sie grenzt an den Dickdarm, den Dünndarm, die rechte Niere, den Magen und die Speiseröhre. Durch ihre Beweglichkeit bei der Atmung kann die Leber am besten während der Einatmung getastet werden.1
Wo sitzt die Leber?
Die anatomische Lage der Leber befindet sich im rechten Oberbauch direkt unter dem Zwerchfell und wird durch den darüberliegenden unteren Rippenbogen geschützt. Sie grenzt an den Dickdarm, den Dünndarm, die rechte Niere, den Magen und die Speiseröhre. Durch ihre Beweglichkeit bei der Atmung kann die Leber am besten während der Einatmung getastet werden.1
Häufige Lebererkrankungen
Hepatitis
Hepatitis ist eine Entzündung der Leber, die hauptsächlich durch virale Infektionen (A, B, C, D, E, G) verursacht wird. Infektionen mit nicht viralen Erregern wie Bakterien, Parasiten oder Pilzen sind deutlich seltener. Zusätzliche Risikofaktoren sind übermäßiger Alkoholkonsum, Autoimmunerkrankungen oder toxische Substanzen. Man unterscheidet zwischen einer akuten (kurzfristig, oft selbstheilend) und einer chronischen Hepatitis (Dauer über sechs Monate). Letztere kann zu schwerwiegenden Folgen wie Leberzirrhose oder Krebs führen. Je nach Art der Hepatitis sind unterschiedliche Symptome charakteristisch, jedoch treten in der Regel Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, Fieber, Übelkeit oder Oberbauchschmerzen auf.6,7
Fettleber
Die Fettleber entsteht durch eine übermäßige Fettansammlung in den Leberzellen, verursacht durch Alkoholkonsum, Stoffwechselstörungen wie Diabetes sowie Übergewicht.9 Sie gilt als frühes, oft symptomloses Stadium einer Lebererkrankung und kann sich durch Lebensstilmaßnahmen wie Alkoholverzicht, Gewichtsreduktion sowie ausgewogene Ernährung und Bewegung zurückbilden. Bleibt sie jedoch unbehandelt, sind schwere Krankheitsverläufe wie Fibrose, entzündliche Steatohepatitis oder Leberzirrhose möglich.10
Leberzirrhose
Eine Leberzirrhose entsteht als Folge langjähriger Leberschäden, die beispielsweise durch eine chronische Hepatitis, exzessiven Alkoholkonsum oder eine nichtalkoholische Fettlebererkrankungen ausgelöst werden können. Dabei kommt es zu einer fortschreitenden Vernarbung (Fibrose) des Lebergewebes, wodurch das Organ seine Struktur verliert. Die Fähigkeit zur Regeneration des Lebergewebes geht verloren, was zu Funktionsstörungen und -ausfällen, Pfortaderhochdruck und Komplikationen wie Bauchwasser (Aszites) oder schließlich Leberversagen führen kann.8
Symptome von Lebererkrankungen
Erkrankungen der Leber werden meist erst spät bemerkt, da sich frühe Veränderungen oft nur durch unspezifische Symptome wie anhaltende Müdigkeit, Übelkeit und Appetitlosigkeit bemerkbar machen. Bei Fortschreiten der Erkrankungen treten Symptome wie gelbe Verfärbung von Haut und Augen (Gelbsucht), Juckreiz und dunkler Urin auf. Typisch sind außerdem Druckschmerz im rechten Oberbauch, helle Stuhlverfärbung und Blutungsneigungen durch Gerinnungsstörungen.11
Fazit
Als größtes Drüsenorgan des menschlichen Körpers ist die Leber unverzichtbar als zentraler Stoffwechselregulator, Entgiftungsorgan- und Gallenproduktionszentrum. Ihr Aufbau aus Segmenten und Läppchen macht die Leber besonders effizient. Deshalb lassen sich bei Bedarf auch Teile des Organs gezielt entfernen, ohne die Funktion zu beeinträchtigen. Häufige Erkrankungen wie Hepatitis, Leberzirrhose und Fettleber zeigen wie empfindlich die Leber auf Alkohol, Überernährung und Infektionen reagiert. Prävention durch eine alkoholarme und gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung sowie regelmäßige Checks schützen dagegen langfristig die Lebergesundheit.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Die Leber ist durch ihre Multifunktionalität essenziell für den menschlichen Körper, in dem sie lebenswichtige Prozesse steuert. So reguliert sie den Stoffwechsel, produziert lebensnotwendige Eiweiße wie Albumine (Transportproteine) und Gerinnungsfaktoren, speichert Vitamine sowie Zucker als Energiespeicher und entgiftet den Körper von Schadstoffen.3 Ohne die Leber wäre der Mensch innerhalb etwa eines Tages nicht mehr lebensfähig.12
Die Leber speichert Zucker, Fette, Vitamine und essenzielle Mineralstoffe wie Eisen. Sie filtriert kontinuierlich das Blut und entgiftet es durch den Abbau toxischer Stoffe wie Ammoniak aus dem Darm (zu Harnstoff), Alkohol und Medikamente. Zusätzlich produziert sie Gallensaft zur Fettverdauung, sowie Plasmaproteine und Gerinnungsfaktoren. Schließlich baut sie alte Blutzellen, überschüssige Hormone und weitere Schadstoffe ab.3
Die Leber signalisiert Probleme oft erst spät, da sie kein Schmerzempfinden aufweist. Frühe, unspezifische Warnsignale wie anhaltende Müdigkeit, Leistungseinbußen, Juckreiz oder ein Druckgefühl im rechten Oberbauch können erste Anzeichen für eine Lebererkrankung sein.13
Eine kranke Leber macht sich oft erst spät bemerkbar, weil sie keine Schmerzen verursacht. Erste Warnsignale sind oft unspezifisch. Dauernde Müdigkeit, weniger Leistungsfähigkeit, Juckreiz oder Druck im rechten Oberbauch können auf eine Erkrankung hindeuten.11 Erst bei fortgeschrittener Erkrankung wie Hepatitis oder Leberzirrhose sind spezifischere Symptome möglich. Dazu zählen gelbe Verfärbung von Haut und Augen (Gelbsucht), Juckreiz und dunkler Urin. Typisch sind außerdem Druckschmerz im rechten Oberbauch, helle Stuhlverfärbung und Blutungsneigung durch Gerinnungsstörungen, aber auch Übelkeit und Völlegefühl nach Mahlzeiten.13 Diagnostisch zeigt eine Blutuntersuchung erhöhte leberspezifische Enzyme, ergänzt durch Ultraschalluntersuchungen zur Erkennung von Gewebeveränderungen.1,6
- Amboss. Leber. 2025. https://next.amboss.com/de/article/F60g5S?q=leber (zuletzt abgerufen am 04.03.2026).
- DocCheck. Leber. 2026. https://flexikon.doccheck.com/de/Leber (zuletzt abgerufen am 04.03.2026).
- Brandes R, Lang F, Schmidt RF. Physiologie des Menschen Springer 2019.
- Gesundheitsinformation. Wie funktioniert die Gallenblase? 2021. https://www.gesundheitsinformation.de/wie-funktioniert-die-gallenblase.html (zuletzt abgerufen am 04.03.2026).
- Clauss W, Clauss C. Humanbiologie kompakt. SpringerSpektrum 2017.
- Amboss. Hepatitis B und HBV-Infektion. 2026. https://next.amboss.com/de/article/OS0I-2?q=hepatitis (zuletzt abgerufen am 04.03.2026).
- DocCheck. Hepatitis. 2022. https://flexikon.doccheck.com/de/Hepatitis (zuletzt abgerufen am 04.03.2026).
- DocCheck. Leberzirrhose 2025. https://flexikon.doccheck.com/de/Leberzirrhose (zuletzt abgerufen am 04.03.2026).
- DocCheck. Fettleber. 2025. https://flexikon.doccheck.com/de/Fettleber (zuletzt abgerufen am 04.03.2026).
- Amboss. Alkoholtoxischer Leberschaden. 2025. https://next.amboss.com/de/article/5S0iZf?q=fettleber (zuletzt abgerufen am 04.03.2026).
- netDoktor. Lebererkrankungen. 2024. https://www.netdoktor.de/krankheiten/lebererkrankungen/ (zuletzt abgerufen am 04.03.2026).
- Unimedizin Mainz. 2025. https://www.unimedizin-mainz.de/newsroom/neuigkeiten/aktuelle-meldungen/newsdetail/article/38-stunden-ohne-leber-eine-aussergewoehnliche-patientengeschichte.html (zuletzt abgerufen am 05.03.2026).
- Leberhilfe. Lebererkrankungen. https://www.leberhilfe.org/lebererkrankungen/ (zuletzt abgerufen am 05.03.2026).
Bildquelle: iStock.com/Natalia Darmoroz
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