Ablauf einer Nierentransplantation

Ablauf einer Nieren­transplantation

Erleichtert schauender Mann mit Smartphone erhält einen Anruf, dass ein passendes Spenderorgan bereitsteht

„Mit dem einem Anruf ändert sich alles – ein passendes Spender­organ steht zur Verfügung.“

Inhalte dieses Kapitels

Wo befinden Sie sich gerade? Die wichtigsten Etappen bei einer Nieren­transplantation

Wenn eine Spenderniere zur Verfügung steht und eine passende Empfängerin bzw. ein passender Empfänger gefunden ist, sollte das Organ so schnell wie möglich transplantiert werden. Nach der Operation ist noch ein circa 14-tägiger Aufenthalt in der Klinik nötig. In dieser Zeit wird die Wunde professionell versorgt, die Funktion der neuen Niere sorgfältig überwacht und die bzw. der Transplantierte mobilisiert. Die Zeit wird auch genutzt, um sich auf das Leben mit einem Nieren­transplantat und die selbst­verantwortliche Durchführung der immun­suppressiven Therapie vor­zubereiten.

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Eine Nieren­spende steht zur Verfügung – was passiert als nächstes?

Wenn eine postmortale Nieren­spende zur Verfügung steht, wird die Vermittlungs­stelle für Organ­spenden Eurotransplant informiert. Sie leitet alle weiteren Schritte in die Wege, um geeignete Empfänger­innen und Empfänger zu ermitteln. Dabei muss alles so schnell wie möglich gehen, um die gespendeten Organe zu schonen.

Personen, die auf eine Nieren­transplantation warten, sollten daher immer auf den Anruf des Transplantations­büros vorbereitet sein und direkt in die Klinik aufbrechen können. Dort wird final geprüft, ob die Operation stattfinden kann, und mit den OP-Vor­bereitungen begonnen.

Welche Aufgaben hat die Deutsche Stiftung Organ­transplantation (DSO)?

Die Deutsche Stiftung Organ­transplantation (DSO) ist eine Koordinations­stelle, die den gesamten Prozess einer post­mortalen Organspende in Deutschland begleitet – dazu gehören u. a. die Unter­stützung der Krankenhäuser bei der Hirntod­diagnostik, die Übermittlung der relevanten Spender­daten an Eurotransplant und die Organisation von Organ­entnahme und -transport. Viele Transplantations­zentren arbeiten eng mit der DSO zusammen, Organ­empfängerinnen und -empfänger haben in der Regel keinen Kontakt zur DSO.

Mehr zur DSO erfahren Sie hier.

Eine Übersichtsgrafik veranschaulicht die Abläufe von der Meldung eines Spenders bzw. einer Spenderin bis nach der Nierentransplantation in sechs Schritten.
Überblick – wichtige Abläufe, wenn eine postmortal gespendete Niere zur Verfügung steht
Wie erfahren Menschen auf der Warte­liste, dass eine passende Nieren­spende zur Verfügung steht?
  • Auf Basis der Daten einer Spenderin oder eines Spenders ermittelt die Vermittlungs­stelle für Organspenden Eurotransplant die geeignete Empfängerin bzw. den geeigneten Empfänger.
  • Eurotransplant be­nachrichtigt dann das Transplantations­büro im Transplantations­zentrum, das jeden Tag rund um die Uhr besetzt ist und übermitteln die relevanten Daten der spendenden Person an das Transplantations­zentrum.
  • Die diensthabenden Fachärztinnen und Fachärzte der Nephrologie, Immunologie und Transplantations­chirurgie, prüfen und entscheiden, ob das Organ zur vorgeschlagenen Patientin bzw. zum vor­geschlagenen Patienten passt und angenommen wird.
  • Gründe für eine Ablehnung des Organs können z. B. unzureichende Übereinstimmung von Alter oder Größe von spendender und empfangender Person sein. Darüber hinaus können akute Er­krankungen oder Infektionen von Empfängerin oder Empfänger eine Transplantation verhindern.
  • Entscheiden die diensthabenden Fachärztinnen und Fachärzte, dass die Transplantation durchgeführt werden kann, wird die empfangende Person vom Transplantations­zentrum angerufen und aufgefordert, umgehend in die Klinik zu kommen.

Die potenzielle Empfängerin bzw. der potenzielle Empfänger muss

  • mit dem Status „transplantabel (T)“ auf der Warteliste geführt sein,
  • telefonisch er­reichbar sein,
  • infektionsfrei und fit sowie
  • verfügbar sein, d. h. das Transplantations­zentrum zeitnah er­reichen können.
  • Patientinnen und Patienten sollten sich un­mittelbar nach dem Anruf auf den Weg zum Transplantations­zentrum machen, am besten in Begleitung oder mit einem Taxi.
  • Sie sollten ab dem Zeitpunkt des Anrufs nichts mehr essen und trinken sowie nicht rauchen.
  • Wichtige Papiere (z. B. Allergiepass) und Medikamente (z. B. Insulin) sollten ins Transplantations­zentrum mitgebracht werden. Steht die Einnahme von Medikamenten noch aus, muss die Einnahme oder Nicht-Einnahme telefonisch mit der Ärztin oder dem Arzt abgesprochen werden.
Die Organentnahme und der Transport der Spenderniere ins Transplantations­zentrum laufen parallel zu den Vor­bereitungen auf die Transplantation.
  • Das Organ wird entnommen und schnellst­möglich zum Transplantations­zentrum der Empfängerin oder des Empfängers transportiert.
  • Im Transplantations­zentrum wird das Organ sorgfältig und abschließend geprüft, damit ganz sicher ist, dass es transplantiert werden kann.

Nach der Ankunft im Transplantations­zentrum werden einige Untersuchungen und Aufklärungs­gespräche durchgeführt.

  • Aufnahme auf der Station durch die diensthabende Nephrologin oder den diensthabenden Nephrologen – mit Erhebung des aktuellen Gesundheits­zustands, körperlicher Untersuchung, Blutabnahme, EKG, infektiologischen Tests, CT, Röntgen­aufnahme der Lunge und ggf. weitere Diagnostik oder Dialyse in Abhängigkeit von Kaliumwerten
  • Aufklärungs­gespräche durch Anästhesie und Chirurgie und danach OP-Freigabe durch Anästhesie, Chirurgie und Nephrologie
  • Beginn der immunsuppressiven Therapie
  • Manchmal wird die Möglichkeit angeboten, an einer wissen­schaftlichen Studie teilzunehmen, die vorab erklärt und besprochen wird.

Für Angehörige

Im Verlauf des Klinik­aufenthalts zur Transplantation sind Empfängerinnen und Empfänger unter Umständen auf wechselnden Stationen untergebracht. Informieren Sie sich vorab, wie Sie Ihre Angehörigen am besten erreichen können. Wenden Sie sich dazu an das Personal auf der Station und erfragen Sie Stations­namen und Telefonnummern.

Ablauf der Nieren­transplantation – was passiert bei der OP?

Eine Nieren­transplantation ist mittlerweile ein bewährter Eingriff, der unter Vollnarkose durchgeführt wird. Da die Leistung einer einzelnen gesunden Niere ausreichend ist, um alle für den Körper nötigen Aufgaben zu erfüllen, wird nur eine Niere transplantiert.

Das nach­folgende Video zeigt den grundlegenden Operations­ablauf bei einer Nieren­transplantation.

Wie lange dauert eine Nieren­transplantation?

Eine Nieren­transplantation dauert in der Regel 2 bis 3 Stunden. Meist werden die eigenen, erkrankten Nieren nicht entfernt, sondern lediglich die Spender­niere zusätzlich im sogenannten kleinen Becken eingesetzt – einem Bereich oberhalb der Leiste.

Unter welchen Umständen muss der empfangenden Person eine eigene Niere entnommen werden?

Normaler­weise werden die Nieren der Transplantat­empfängerin oder des -empfängers im Körper belassen. Sie werden weiter mit Blut versorgt und können mit dem Rest ihrer Funktion zur Gesamt­nierenleistung von Transplantierten beitragen. Ausnahmen werden beispielsweise aufgrund von Platzmangel gemacht. So kann das Vorliegen von extrem großen Zystennieren und anderen Auffällig­keiten die Entfernung einer oder beider erkrankter Nieren erfordern.

Rechts oder links? Auf welche Seite kommt die neue Niere?

Die Spender­niere kann rechts oder links oberhalb der Leiste eingesetzt werden. Aus­schlaggebend für die Entscheidung können die Spender­niere selbst und der Körperbau von Spenderin oder Spender sein. Auch Narben, z. B. durch eine vor­angegangene Operation, können eine Rolle spielen.

Die immun­suppressive Therapie beginnt bereits vor der Operation in der Klinik

Nach der Transplantation muss verhindert werden, dass das körpereigenen Immun­system die neue Niere angreift und abstößt. Dazu müssen Medikamente, die das Immun­system dämpfen – sogenannte Immun­suppressiva – lebenslang ein­genommen werden.

Die ersten Dosen einer immun­suppressiven Therapie bekommen Transplantations­patientinnen und -patienten noch vor der Operation. Nach der Transplantation werden die Kombination und Dosierung Platzhalter – Video der Immun­suppressiva individuell abgestimmt. Dazu wird der Wirk­stoffspiegel regelmäßig im Blut bestimmt und die Medikamenteneinnahme ggf. entsprechend angepasst.

Aktive Mitarbeit ist gefragt beim Beginn der immun­suppressiven Therapie!

Die korrekte und konsequente Einnahme der Immun­suppressiva ist Grund­voraussetzung für eine lange Lebensdauer der neuen Niere. Deswegen ist wichtig, dass Transplantierte wissen, welche Immun­suppressiva sie wie und in welcher Dosierung einnehmen sollen. In der Klinik werden sie deshalb für die Zusammen­stellung und Einnahme ihrer Medikamente geschult.

➔ Hier finden Sie umfassende Informationen zum Thema Immun­suppression.

Der Klinik­aufenthalt nach der Transplantation – wie geht es weiter?

Wenn die Operation gut verlaufen ist und keine Komplikationen auftreten, bleiben Patientinnen und Patienten nach einer Nieren­transplantation in der Regel ca. 14 Tage im Kranken­haus. In dieser Zeit erholt sich der Körper, und die neue Niere kann ihre Funktion aufnehmen und wird engmaschig überwacht. So kann die Operations­wunde professionell versorgt und eine mögliche Komplikation früh erkannt und schnell behandelt werden.

Dazu kommen physio­therapeutische und psycho­therapeutische Betreuung, Beratung hinsichtlich Rehabilitations­maßnahmen durch den Sozialdienst der Klinik und Schulungen zu wichtigen Themen wie der immun­suppressiven Therapie und Hygiene­maßnahmen nach der Transplantation.

Die Stationen des Klinik­aufenthalts nach der Nieren­transplantation

Der Aufenthalt im Kranken­haus richtet sich nach dem individuellen Genesungs­fortschritt. Meist verläuft die Genesung nach der Transplantation ohne große Probleme, doch jeder Mensch ist anders, sodass es unter­schiedlich schnell gehen kann.

Ein Zeitstrahl veranschaulicht die Abläufe von der Operation bis zur Entlassung in die ambulante Betreuung.
Infos und Fakten rund um den Klinikaufenthalt nach der Nierentransplantatio

Welche Kontroll­untersuchungen finden nach der Transplantation statt?

In den ersten Tagen nach der Transplantation werden sehr häufig Kontroll­untersuchungen durchgeführt. Dadurch wird sicher­gestellt, dass die Patientin bzw. der Patient sich gut von der Operation erholt und das neue Organ gut an­genommen wird und seine Arbeit richtig aufnimmt.
Nach der Operation werden in der Klinik verschiedene Kontrolluntersuchungen regelmäßig durchgeführt.
Wichtige Kontrolluntersuchungen nach der Transplantation

Entfernung von Shunt oder Katheter

Wenn die neue Niere stabil arbeitet, wird unter Umständen bereits im Krankenhaus der eventuell vorhandene Shunt aufgehoben bzw. entfernt oder der Katheter für die Bauchfelldialyse (PD) gezogen. Das kann ein emotional herausfordernder Moment sein, denn über lange Zeit waren diese Hilfsmittel überlebensnotwendig.

➔ Sprechen Sie mit dem Transplantationsteam über Ihre Gefühle und nehmen Sie ggf. psychologische Unterstützung in Anspruch!

Mögliche Komplikationen nach einer Nieren­transplantation

Die meisten Komplikationen, die nach einer Nierentransplantation auftreten können, lassen sich gut behandeln und kontrollieren. Wichtig ist jedoch, dass sie möglichst frühzeitig erkannt werden.

Allgemeine Komplikationen nach einer Operation

Auch bei einer fachgerechten Durch­führung der Narkose und des chirurgischen Eingriffs kann es nach einer Operation in seltenen Fällen zu Komplikationen wie Nachblutungen, Thrombosen oder Wund­infektionen kommen. Diese sind in der Regel gut behandelbar.

Manchmal treten im Bereich der Wunde eine vermehrte Wundsekretion und Wundheilungs­störungen auf. Unter der bereits laufenden Immun­suppression mit Kortison sind Wundheilungs­störungen etwas häufiger. Aus diesem Grund werden die Klammern am Bauchdecken­schnitt in der Regel erst nach 14 Tagen entfernt.

Nach langer Zeit an der Dialyse kann sich die Blase ver­kleinert haben. Die Folge können Blasen­entleerungsstörungen und häufige Toilett­engänge nach der Transplantation sein. Ein Blasenkatheter behebt das Problem in den ersten Tagen nach der Transplantation. Ein Blasentraining hilft, die Funktion der Blase langfristig wieder­herzustellen.

Nicht immer fängt die neue Niere sofort an, effektiv zu arbeiten. Eventuell kann daher nochmal eine Dialyse notwendig sein, bis die Niere richtig funktioniert.

Infolge der Immun­suppression haben nieren­transplantierte Menschen ein höheres Risiko für Infektionen. Deswegen wird gleichzeitig zur immun­suppressiven Therapie mit einer vorbeugenden Behandlung (Prophylaxe) gegen Infektionen mit Bakterien, Viren und Pilzen begonnen. Da das Infektions­risiko gerade in den ersten Monaten nach der Transplantation besonders hoch ist, muss die Prophylaxe von Beginn an konsequent eingenommen werden.

Nach der Transplantation kommt es häufig zu erhöhten Blut­zuckerwerten, die sich jedoch meist innerhalb von 3 Monaten von selbst wieder normalisieren. Trotzdem sollte der Blutzucker nach der Transplantation ambulant engmaschig überwacht werden, damit ein möglicher Diabetes, der durch die immun­suppressiven Medikamente ausgelöst werden kann (abgekürzt: PTDM), rasch erkannt und von einer Diabetologin bzw. einem Diabetologen behandelt werden kann.

Transplantations­psychologische Betreuung

Eine Organ­transplantation kann mit psychischer Belastung einhergehen und emotionale Fragen aufwerfen. Professionelle Transplantations­psychologinnen und -psychologen können hier Beistand leisten und Transplantierte bei der Ver­arbeitung der neuen Situation unterstützen.

Patientinnen und Patienten sollten sich nicht scheuen, das Transplantations­team anzusprechen und psychologische Unter­stützung in Anspruch zu nehmen, wenn negative Gedanken auf­tauchen. Häufig ist eine Anbindung an die spezialisierte psychologische Betreuung des Transplantations­zentrums auch über den Klinik­aufenthalt hinaus ambulant möglich.

Sozial­rechtliche Aspekte nach der Transplantation

Während des Aufenthalts in der Klinik können verschiedene sozial­rechtliche Aspekte geklärt und Angebote erwogen werden. Der Sozialdienst der Klinik kann Patientinnen und Patienten dabei unterstützen.

In der Regel kommt eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter des Sozial­dienstes der Klinik nach der Transplantation auf Patientinnen und Patienten zu. Sie oder er kann bei vielen Fragen rund um Ansprüche von Nieren­transplantierten an die Kranken- und Rentenkasse helfen, z. B.:

  • Fahrt­kostenübernahme für Kontrolltermine und andere Ansprüche an die Krankenkasse
  • Rehabilitations­maßnahmen wie eine Anschluss­heilbehandlung (AHB)
  • Antragstellung für die Anerkennung einer Schwer­behinderung bzw. Änderung des Grads der Behinderung

Anschluss­heilbehandlung oder Reha

Nieren­transplantierte haben ein Recht auf eine Anschluss­heilbehandlung (AHB) oder Rehabilitation (Reha). Die Anschluss­heilbehandlung wird noch während des Kranken­hausaufenthalts über den Sozialdienst der Klinik beantragt. Transplantierte sollten sich direkt nach der Operation in der Klinik beraten lassen.

Auch im Rahmen der AHB erhalten sie umfassende sozial­rechtliche Informationen und können mit erfahrenen Sozial­arbeitern Anträge, z. B. auf Anerkennung einer Schwerbehinderung, Zuzahlungs­befreiung, Fahrtkostenerstattung und Lohner­satzleistungen, stellen. Ausführliche Informationen zur Anschluss­heilbehandlung und Reha nach der Nieren­transplantation.

Grad der Schwer­behinderung nach einer Nieren­transplantation

Nach einer Nierentransplantation kann ein Antrag auf Feststellung einer Behinderung und damit auf einen Schwer­behindertenausweis gestellt werden. Lag vor der Operation bereits eine Behinderung vor, kann ggf. der Grad der Behinderung angepasst werden. Der Sozial­dienst der Klinik kann dazu beraten und auch bei der Antrag­stellung unterstützen. Informationen zum Grad der Behinderung findet man z. B. auf der Seite Betanet.

Wo bekommen Transplantations­patientinnen und -patienten eine Krank­schreibung?

Während des stationären Aufenthalts gilt die Liegebescheinigung des Kranken­hauses als Krank­schreibung. Folge­krankschreibungen werden dann ambulant von der Transplantations­ambulanz oder der nieder­gelassenen Nephrologin bzw. dem Nephrologen ausgestellt.

Informations­angebot des Bundes­verbandes Niere zu sozial­rechtlichen Fragen

Hilfestellung bei sozial­rechtlichen Fragen bietet auch der Bundes­verband Niere e.V., der auf der Internetseite Schatzkiste des Sozial­rechts auf zahlreiche sozial­rechtliche Aspekte wie Schwer­behinderung, Zuzahlungen, Reha, Lohner­satzleistungen uvm. eingeht.

Der Austausch mit anderen Transplantierten kann Sicherheit und Kraft geben

Durch den Anschluss an eine Selbst­hilfegruppe oder Patienten­organisation können sich Patientinnen und Patienten regelmäßig austauschen und insbesondere in der ersten Zeit nach der Transplantation, aber auch danach auf Erfahrungs­werte von Menschen zurück­greifen, die die gleiche Situation schon erlebt haben. Auch Angehörige können in Selbst­hilfegruppen Anschluss und Unter­stützung finden.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Selbst­hilfegruppen.

Vor der Entlassung

Eine junge Frau spricht nach der Transplantation mit ihrer Ärztin, sie lächelt die Ärztin an

Vor der Entlassung nach Hause oder in die Anschluss­heilbehandlung wird der erste Termin in der Transplantations­ambulanz vereinbart. Dort müssen Transplantierte zu den regelmäßigen Kontroll- und Nachsorge­terminen erscheinen, um die Gesundheit und Funktion der neuen Niere sicherzustellen und mögliche Komplikationen früh­zeitig zu erkennen.

Eine junge Frau spricht nach der Transplantation mit ihrer Ärztin, sie lächelt die Ärztin an

Vor der Entlassung nach Hause oder in die Anschluss­heilbehand­lung wird der erste Termin in der Transplantations­ambulanz vereinbart. Dort müssen Transplantierte zu den regelmäßigen Kontroll-und Nachsorge­terminen erscheinen, um die Gesundheit und Funktion der neuen Niere sicher­zustellen und mögliche Komplikationen früh­zeitig zu erkennen.

Auch das Abschluss­gespräch nach dem Klinik­aufenthalt, bei dem nochmal alles besprochen wird, was nach der Transplantation zu Hause wichtig ist, findet meist bereits in der Transplantations­ambulanz statt.

Auch das Abschluss­gespräch nach dem Klinik­aufenthalt, bei dem nochmal alles besprochen wird, was nach der Transplantation zu Hause wichtig ist, findet meist bereits in der Transplantations­ambulanz statt.

Mehr zu den regelmäßigen Kontroll- und Nachs­orgeterminen erfahren Sie im Kapitel Nachsorge nach Nieren­transplantation.

Beim Abschluss­gespräch wird besprochen, worauf Transplantierte im Leben mit der neuen Niere besonders achten sollten.

  • Auf eine gute körperliche Gesund­heit achten und diese dokumentieren – zum Beispiel in einem Patient­entagebuch. Das bedeutet, auf die Trinkmenge, regelmäßige Aus­scheidung (Urin, ggf. Sammelurin, und Stuhl) sowie auf Anzeichen von Ent­zündungen (Körper­temperatur, anfangs Wundkontrolle) zu achten. Außerdem sollten das Körper­gewicht sowie Puls und Blut­druck regelmäßig gemessen werden.
  • Bedeutung der regelmäßigen Kontroll­termine in der Transplantations­ambulanz und der zuverlässigen Wahrnehmung der ambulanten Vor- und Nachsorge­untersuchungen
  • Hinweis auf die richtige, konsequente und lebenslange Einnahme der Immun­suppressiva sowie auf die Infektions­prophylaxe
  • Beratung zum Verhalten im Alltag nach der Transplantation (z. B. Hygiene­maßnahmen, Ernährung, Bewegung)
  • Ggf. Beratung zum Einschluss in die tele­medizinische Versorgung der Klinik
Machen Sie sich Notizen zu den Themen, die Sie im Abschluss­gespräch ansprechen möchten.

Wenn etwas auffällig oder ungewöhnlich ist, sollten Nieren­transplantierte schnellstmöglich Kontakt zur Transplantations­ambulanz aufnehmen!

Wann immer ein Problem oder eine Frage auftaucht, ist die Transplantations­ambulanz die wichtigste Anlaufstelle für Transplantations­patientinnen und -patienten. Das Motto lautet hier: „Sich lieber einmal zu oft als einmal zu wenig an die Ambulanz wenden!“

Quiz – Testen Sie Ihr Wissen! 

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Die menschliche Immunabwehr ist ein komplexes System und hat die Aufgabe, den Körper gegen Krankheitserreger zu verteidigen. Auch ein Nierentransplantat wird vom Immunsystem als fremd und damit potenziell gefährlich eingestuft und angegriffen.

Quellen und weiter­führende Literatur

ARDGesund. Keine Organspende ohne Hirntod-Diagnostik. https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Organ­spende-Warum-nur-der-Hirntod-entscheidet,hirntod­diagnose100.html (abgerufen am 24.10.24)

Betanet. Nierenerkrankungen > Schwerbehinderung. https://www.betanet.de/nierenerkrankungen-schwerbehinderung.html  (abgerufen am 05.06.2024)

Bundesverband Niere e. V. Schatzkiste des Sozialrechts. https://www.sozialrecht-nierenpatienten.online/ (abgerufen am 11.07.2024).

Bundesverband Niere e. V. Selbsthilfe vor Ort. https://www.bundesverband-niere.de/angebot/selbsthilfe-vor-ort  (abgerufen am 11.07.2024).

Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e. V. Nieren-Navi. Nieren­transplantation. Prinzip und Ablauf einer Nierentransplantation. https://www.nieren-navi.de/nieren­ersatztherapie/nieren­transplantation-ntx#c141 (abgerufen am 11.07.2024).

Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e. V. Nieren-Navi. Nieren­transplantation. Aufklärungsbogen Nierentransplantation https://www.nieren-navi.de/fileadmin/content/nieren­ersatztherapie/nierentransplantation/20210218-TX-Manual-Gesamt­dokument.pdf

Gerbig D et al. Informationen und Stellungnahme der Kommission Rehabilitation, Transition und Altersmedizin der DGfN (Deutsche Gesellschaft für Nephrologie) zur stationären Rehabilitation bei chronisch Nierenkranken, Nierentransplantierten und Nierenlebendspendern. Der Nephrologe. 2017; 12:438-442. PDF verfügbar unter: file:///C:/Users/sarah.bechtold/Downloads/201712_Kom-Reha_10.1007_s11560-017-0202-6-1.pdf (abgerufen am 11.07.2024).

Inselspital. Universitäts­klinik für Viszerale Chirurgie und Medizin. Transplantations­zentrum Bern. Aufklärung zur Operation bei Nierentransplantation. https://www.transplantations­zentrum-bern.ch/de/transplantationen/nieren­transplantation/operation-nieren­transplantation.html (abgerufen am 11.07.2024)

Die Inhalte wurden in enger Zusammenarbeit mit einem Beirat aus Patientenorganisationen und Ärztinnen und Ärzten erstellt.