Erster Termin im Transplantationszentrum
„Der erste Besuch im Transplantationszentrum kann ein erster Schritt in ein neues Leben sein.“
Inhalte dieses Kapitels
Wo befinden Sie sich gerade? Die wichtigsten Etappen bei einer Nierentransplantation
Um auf die Warteliste für eine Nierentransplantation aufgenommen zu werden, müssen sich Patientinnen und Patienten persönlich im Transplantationszentrum vorstellen. Zu diesem Termin müssen sie verschiedene Unterlagen und Untersuchungsbefunde mitbringen. Ob eine Person gelistet wird, kann nur entschieden werden, wenn alle erforderlichen Informationen vorliegen.
Quiz – Testen Sie Ihr Wissen!
Was passiert beim ersten Termin im Transplantationszentrum?
Beim ersten Termin im Transplantationszentrum werden einige Untersuchungen (wie körperliche Untersuchung und Blutabnahme) durchgeführt. Die Krankengeschichte sowie die Möglichkeit einer Nierentransplantation und alles, was damit zusammenhängt, werden ausführlich besprochen. Patientinnen und Patienten lernen dabei einen Teil das Transplantations-Teams kennen, das sie während und auch nach der Transplantation betreut.
Für die Aufnahme auf die Warteliste müssen viele Unterlagen und Untersuchungsergebnisse gesammelt und vorgelegt werden.
- Sie sollten alle benötigten Unterlagen rechtzeitig vor dem Termin bereitlegen, damit auffällt, wenn noch etwas fehlt und genug Zeit ist, eventuell noch ausstehende Untersuchungen durchzuführen oder zumindest zu planen.
- Sie sind selbst dafür verantwortlich, dass die erforderlichen Voruntersuchungen durchgeführt werden. Einige Unterlagen erhalten Sie z. B. bei der Hausärztin bzw. dem Hausarzt oder bei der niedergelassenen Nephrologin oder dem Nephrologen. Für andere müssen Sie Termine bei weiteren Fachärztinnen bzw. -ärzten vereinbaren. Die Überweisungen dafür stellt das Dialysezentrum oder die niedergelassenen Nephrologin bzw. der Nephrologen aus. Alle Termine müssen selbst organisiert und die Untersuchungsergebnisse an das Transplantationszentrum weitergegeben werden.
- Aufgrund der meist langen Wartezeit auf eine Organspende können fehlende Untersuchungsergebnisse in der Regel nachgereicht werden. Allerdings findet das Informationsgespräch erst statt, wenn alle Informationen und Unterlagen vorliegen – gegebenenfalls auch erst in einem zweiten Termin.
- Nach dem Informationsgespräch wird über Ihre Aufnahme auf die Warteliste entschieden.
- Für die Zeit auf der Warteliste ist der erste Tag der Dialyse entscheidend. Die Wartezeit ist also unabhängig davon, wann das Aufklärungsgespräch stattfindet.
Checkliste und Unterlagen zum Vorab-Ausfüllen für den ersten Termin
Viele Transplantationszentren bieten eine Übersicht oder Checkliste an, in der alle erforderlichen Voruntersuchungen und Unterlagen aufgelistet sind. Diese hilft dabei, alle wichtigen Dokumente für den ersten Termin im Zentrum im Blick haben. Weitere Informationen erhalten Sie ggf. auch telefonisch vorab.
Vor einer Transplantation müssen Nierenpatientinnen und -patienten auch einen Aufklärungsbogen und eine Einverständniserklärung zur Nierentransplantation unterschreiben. Diese können ggf. schon vor dem ersten Termin im Zentrum zu Hause durchgelesen und ausgefüllt werden. So ist eine optimale Vorbereitung auf das Gespräch möglich, bei dem alle Fragen zur Transplantation offen besprochen werden sollen.
➔ Fragen Sie ggf. im Zentrum nach, ob es eine entsprechende Checkliste gibt oder Sie den Aufklärungsbogen und die Einverständniserklärung schon zur Vorbereitung bekommen können.
Tipps für den ersten Termin im Transplantationszentrum?
Der erste Termin im Zentrum kann ein aufregendes und zeitintensives Ereignis sein. Patientinnen und Patienten sollten genug Zeit dafür einplanen und sich entsprechend vorbereiten.
- Vor dem Termin alle dringenden Fragen notieren, um nichts Wichtiges zu vergessen.
- Keine Termine im Anschluss planen, für die Pünktlichkeit erforderlich ist!
- An persönliche Medikamente, Essen, Getränk denken!
- Etwas zu lesen oder andere Beschäftigung mitbringen!
- Idealerweise mit Begleitung kommen! Das hilft auch dabei, wirklich alle Informationen aus den Gesprächen mitzunehmen.
Im nachfolgenden Video haben wir dargestellt, wie dieser Termin ablaufen könnte, damit Sie eine Vorstellung davon haben, was auf Sie zukommt.
Was passiert nach einem Informationsgespräch?
Nach dem Aufklärungsgespräch wird entschieden, ob eine Person für eine Nierentransplantation in Frage kommt. Ist dies der Fall, erfolgt eine Aufnahme auf die Warteliste als transplantabel.
Wie lange dauert es bis zur Listung?
Wer entscheidet über die Aufnahme auf die Warteliste?
Einmal in der Woche tagt die Transplantationskonferenz des Zentrums, die über die Aufnahme auf die Warteliste entscheidet. Dort werden neue potenzielle Transplantationspatientinnen und -patienten vorgestellt, und es wird besprochen, ob die betreffende Person für eine Transplantation geeignet ist. Wenn die Unterlagen vollständig sind und aus medizinischer Sicht eine Transplantation durchgeführt werden kann, wird man auf die Warteliste aufgenommen und der Status wird dort auf „T“ gesetzt – das heißt transplantabel.
Übrigens: Die Transplantationskonferenz kann die Listung einer Person auch ablehnen. Wenn die Transplantationskonferenz die Aufnahme auf die Warteliste ablehnt, erhält die Patientin bzw. der Patient eine schriftliche Benachrichtigung. Zusätzlich wird ein persönliches Gespräch angeboten. Zudem haben Patientinnen und Patienten dann die Möglichkeit, eine Zweitmeinung an einem anderen Transplantationszentrum einzuholen.
Was passiert nach der Aufnahme auf die Warteliste?
Nach der Aufnahme auf die Warteliste werden Patientinnen und Patienten auf der Warteliste vom Transplantationszentrum schriftlich darüber benachrichtigt. Ab diesem Zeitpunkt ist ein regelmäßiger Kontakt von Patientinnen und Patienten mit ihrem Transplantationszentrum wichtig. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind entweder nachzuweisen oder müssen vor Ort im Transplantationszentrum durchgeführt werden.
Nach jedem Kontrolltermin im Transplantationszentrum erhalten Patientinnen und Patienten und deren Dialysezentrum einen Brief, der die Planung bis zum nächsten Kontrolltermin zusammenfasst. So bleiben alle stets gut informiert.
In der Zeit nach der Aufnahme auf die Warteliste ist Eigenverantwortung gefragt: Fit bleiben, Untersuchungstermine vereinbaren, alle wichtigen Infos an das Transplantationszentrum weiterleiten uvm.
Bitte nicht vergessen: Jede Änderung der Erreichbarkeit (Urlaube, Änderung von Adresse oder Telefonnummer) immer sofort dem Transplantationszentrum übermitteln!
Mehr Informationen, was man in der Zeit auf der Warteliste alles beachten sollte, finden sich im Abschnitt Warten auf eine Nierentransplantation/Leben mit Dialyse – was ist jetzt wichtig?
Was ist die Transplantationskonferenz?
Die Transplantationskonferenz ist ein Gremium am Transplantationszentrum und besteht aus mindestens drei Personen aus verschiedenen Fachbereichen (u. a. Nephrologie und Chirurgie bei Nierentransplantation). Die Transplantationskonferenz entscheidet auf Basis der vorliegenden Befunde darüber, ob eine Patientin bzw. ein Patient auf die Warteliste aufgenommen oder von der Warteliste genommen wird und leitet sich um alle Vorgänge, die mit der Warteliste zu tun haben.
Quiz – Testen Sie Ihr Wissen!
Das könnte Sie auch interessieren



Warum ist eine Nierenersatztherapie nötig
Wenn die Nieren dauerhaft geschädigt sind und ihre Funktion nicht mehr ausreichend erfüllen können, spricht man von chronischer Nierenkrankheit bzw. von Nierenversagen oder Niereninsuffizienz.…
Zeit auf der Warteliste
Auch wenn die Wartezeiten auf eine neue Niere in Deutschland in der Regel leider lang sind: Sobald man mit dem Status „transplantabel“ (T) gelistet…
Warteliste und Wartezeit bei einer Nierentransplantation
Menschen, die ein Nierenersatzverfahren benötigen und für eine Nierentransplantation in Frage kommen, können auf die Warteliste aufgenommen werden. Es ist wichtig, dass sich Betroffene…
Erster Termin im Transplantationszentrum
Beim ersten Termin im Transplantationszentrum werden einige Untersuchungen (wie körperliche Untersuchung und Blutabnahme) durchgeführt. Die Krankengeschichte sowie die Möglichkeit einer Nierentransplantation und alles, was…
Lebendspende einer Niere
Die Lebendspende einer Niere von einer nahestehenden, gesunden Person kann eine gute Alternative zur postmortalen Organspende sein.
Quellen und weiterführende Literatur
Bundesamt für gesundheitliche Aufklärung BZgA. Das Transplantationsgesetz schafft Kontrolle und Transparenz https://www.organspende-info.de/gesetzliche-grundlagen/kontrolle-und-transparenz/ (abgerufen am 20.06.2024)
Bundesamt für gesundheitliche Aufklärung BZgA. Wartelistenführung und Vermittlung von Organen https://www.organspende-info.de/organspende/ablauf-einer-organspende/wartelisten-vermittlung-transplantation/ (abgerufen am 24.04.2024)
Charité – Universitätsmedizin Berlin. Klinik für Nephrologie und internistische Intensivmedizin https://nephrologie-intensivmedizin.charite.de/leistungen/transplantation/ (abgerufen am 24.04.2024)
Die Inhalte wurden in enger Zusammenarbeit mit einem Beirat aus Patientenorganisationen und Ärztinnen und Ärzte erstellt.


