Menschen helfen und gleichzeitig den Planeten schützen

Menschen helfen und gleichzeitig den Planeten schützen

Ein englischsprachiges Werbebanner für den Weltnierentag 2026.

Am 12. März ist wieder Weltnierentag #OurKidneysOurPlanet

Chronische Nieren­erkrankungen gehören weltweit zu den häufigsten lebens­langen Krankheiten. So ist Schätzungen zufolge weltweit etwa jede zehnte Person von einer CKD betroffen.1 Besonders tückisch ist, dass sich die Erkrankung in den frühen Stadien oft ohne spürbare Beschwerden entwickelt. Wird die Erkrankung jedoch zu spät erkannt, sind schwere gesundheitliche Folgen möglich – bis hin zu einem Nieren­versagen, wodurch die Betroffenen auf eine Dialyse oder Nieren­transplantation angewiesen sind.

Um die Aufmerksamkeit und das Wissen rund um die Themen Nieren und Nieren­gesundheit zu stärken, findet jedes Jahr im März der Weltnierentag statt – so auch in diesem Jahr am 12. März. Neben der individuellen Vorsorge spielen auch gesellschaftliche und ökologische Faktoren eine Rolle bei der Nieren­gesundheit. Weltweit haben nicht alle Menschen den gleichen Zugang zu medizinischer Versorgung und Behandlung. Gleichzeitig zeigen neue Erkenntnisse, dass Umwelt­faktoren wie Luft­verschmutzung, extreme Hitze oder Dehydrierung die Nieren­gesundheit beeinträchtigen können. Steigende Temperaturen begünstigen zudem die Ausbreitung bestimmter tropischer Infektions­krankheiten, die ebenfalls die Niere schädigen können. Viele dieser Risiken nehmen im Zuge des Klima­wandels weiter zu und betreffen besonders häufig Menschen in Ländern des globalen Südens. Umso wichtiger ist es, Nieren­gesundheit ganzheitlich zu betrachten, weshalb der diesjährige Weltnierentag ganz unter dem Motto „Kidney Health for All: Caring for People, Protecting the Planet“ steht.

Dabei richtet sich der Blick nicht nur auf die Auswirkungen des Klima­wandels auf die Nieren­gesundheit, sondern ebenfalls auf die Belastungen für die Umwelt, die durch fortgeschrittene Nieren­erkrankungen entstehen. Nierenersatz­verfahren wie die Dialyse sind beispiels­weise sehr ressourcen­intensiv: So werden große Mengen an Wasser, Energie und Einweg­materialien für die mehrmals wöchentlich anstehenden Dialyse­sitzungen verbraucht. Schätzungen zufolge kann eine einzige Sitzung einen CO2-Fußabdruck verursachen, der einer Auto­fahrt von rund 240 Kilometern entspricht.2 Dadurch entsteht ein sich selbst verstärkender Kreis­lauf: Klima­veränderungen können Nieren­erkrankungen begünstigen – und ihre Behandlung kann wiederum zur Umwelt­belastung beitragen.

Umso wichtiger ist es, chronische Nieren­erkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu verhindern. Einfache Untersuchungen wie Blut- und Urintests können Hinweise auf eine eingeschränkte Nieren­funktion geben. Werden Risiken früh erkannt, lassen sich oft Maßnahmen ergreifen, die das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen und schwere Komplikationen vermeiden. Gleichzeitig kann auch die Behandlung selbst nachhaltiger gestaltet werden. Dialyse­formen zu Hause können für viele Patient*innen Vorteile bieten – sowohl für die Lebens­qualität als auch für die Umwelt. Zusätzlich wird weltweit an ressourcen­schonenderen Dialyse­verfahren geforscht, etwa durch effizientere Geräte oder eine nachhaltige Nutzung von Wasser und Materialien.

Der Weltnierentag erinnert uns daher daran: Der Schutz unserer Nieren und der Schutz unserer Umwelt gehören zusammen. Frühzeitige Vorsorge, bessere Aufklärung und ggf. neue oder innovative Behandlungs­konzepte können dazu beitragen, sowohl die Gesundheit der Menschen als auch die unseres Planeten langfristig zu schützen.

Auch Sie können dabei helfen, das Bewusstsein für diese Zusammenhänge zu stärken. Nutzen Sie beispiels­weise die Hashtags #WorldKidneyDay, #OurKidneysOurPlanet und #KidneyHealthForAll in den sozialen Medien oder sprechen Sie in Ihrem Umfeld das Thema an!

  1. Collaboration GCKD. Lancet. 2020;396:1-18.
  2. World Kidney Day. 2026. https://www.worldkidneyday.org/2026-campaign/#_ftn1 (zuletzt abgerufen am 10.03.2026).

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