Der Aufbau und die Funktion der Leber erklärt

Der Auf­bau und die Funktion der Leber er­klärt

Illustration von drei Personen, die eine überdimensionale Leber untersuchen – mit Lupe, Reagenzglas und Medikamenten.

Die Leber (griechisch hepar) ist mit un­gefähr 1.600 – 1.800 g die größte Drüse des menschlichen Körpers. Sie liegt im rechten Ober­bauch direkt unter dem Rippen­bogen und übernimmt zentrale Aufgaben im Stoff­wechsel und bei der Entgiftung. Sie produziert täglich bis zu einem Liter Gallen­flüssigkeit bzw. Galle und gibt wichtige Stoffwechsel­produkte ins Blut ab. Außerdem baut sie sowohl körpereigene als auch körper­fremde Stoffe ab und ist damit unverzicht­bar für einen gesunden Organismus..1,2

Leber Auf­bau

Die Leber ist ein keil­förmiges Organ im rechten Ober­bauch mit einer glatten, rot­braunen Oberfläche. Sie ist stark durch­blutet und außen von einer straffen Hülle, der Bindegewebs­schicht, umgeben. Die Leber besteht aus zwei Flächen sowie vier Leber­lappen. Auf der Unterseite der Leber befindet sich die Leberpforte, in der die sogenannte Pfortader, die Leberarterie und die Gallen­wege zusammen­laufen. Diese sorgen für die Blutversorgung mit Sauer­stoff und Nähr­stoffen sowie den Zu- und Abfluss der Galle.1
Anatomische Illustration der Leber mit Beschriftungen: rechter und linker Leberlappen, Gallenblase, Leberarterie, Pfortader und Gallengang.

Mikro­skopisch besteht die Leber aus vielen, kleinen, sech­seckigen Leber­läppchen mit ca. 1 – 2 mm Durchmesser. Die Haupt­zellen der Leber heißen Hepatozyten und sind ver­antwortlich für die meisten Leber­funktionen (u. a. die Produktion der Gallen­flüssigkeit). In der Mitte jedes Leber­läppchens verläuft eine Zentralvene, die mit den Blut­kanälchen (Sinusoiden) in Verbindung steht. Die Blut­versorgung erfolgt auf zwei Wegen: Die Pfortader transportiert nähr­stoffreiches Blut aus dem Verdauungs­trakt, während die Leberarterie sauer­stoffreiches Blut zuführt. Beide münden in die Blut­kanälchen, wo sich das Blut vermischt und zu den Zentralvenen abfließt. Die Gallen­kanälchen hingegen leiten die von den Leber­zellen produzierte Gallen­flüssigkeit ab.1,2

Illustration der Leber mit einer vergrößerten Darstellung der Leberläppchen, beschriftet mit Zentralvene, Gallengang und Blutkanälche
Die Leber ist ein keil­förmiges Organ im rechten Ober­bauch mit einer glatten, rot­braunen Oberfläche. Sie ist stark durch­blutet und außen von einer straffen Hülle, der Bindegewebs­schicht, umgeben. Die Leber besteht aus zwei Flächen sowie vier Leber­lappen. Auf der Unterseite der Leber befindet sich die Leberpforte, in der die sogenannte Pfortader, die Leberarterie und die Gallen­wege zusammen­laufen. Diese sorgen für die Blutversorgung mit Sauer­stoff und Nähr­stoffen sowie den Zu- und Abfluss der Galle.1
Anatomische Illustration der Leber mit Beschriftungen: rechter und linker Leberlappen, Gallenblase, Leberarterie, Pfortader und Gallengang.

Mikro­skopisch besteht die Leber aus vielen, kleinen, sech­seckigen Leber­läppchen mit ca. 1 – 2 mm Durchmesser. Die Haupt­zellen der Leber heißen Hepatozyten und sind ver­antwortlich für die meisten Leber­funktionen (u. a. die Produktion der Gallen­flüssigkeit). In der Mitte jedes Leber­läppchens verläuft eine Zentralvene, die mit den Blut­kanälchen (Sinusoiden) in Verbindung steht. Die Blut­versorgung erfolgt auf zwei Wegen: Die Pfortader transportiert nähr­stoffreiches Blut aus dem Verdauungs­trakt, während die Leberarterie sauer­stoffreiches Blut zuführt. Beide münden in die Blut­kanälchen, wo sich das Blut vermischt und zu den Zentralvenen abfließt. Die Gallen­kanälchen hingegen leiten die von den Leber­zellen produzierte Gallen­flüssigkeit ab.1,2

Illustration der Leber mit einer vergrößerten Darstellung der Leberläppchen, beschriftet mit Zentralvene, Gallengang und Blutkanälche

Die Leber­lappen und Segmente

Die Leber ist aus einem größeren rechten und einem kleineren linken Lappen auf­gebaut, wobei diese noch feiner in acht Leber­segmente unter­teilt sind. Sie bilden jeweils eine funktionelle Unter­einheit und verfügen über eigene Ver­sorgungsäste der Pfortader, der Leber­arterie und der Gallen­gänge. Dadurch, dass die Leber segmentiert ist und alle Unter­einheiten eine eigene Blut­versorgung haben, sind gezielte Teilent­fernungen des Organs (z. B. bei Krebser­krankungen) oder auch die Lebend­leberspenden möglich.1

Funktion der Leber

Stoffwechsel­regulation

Die Leber steuert den Kohlen­hydrat-, Fett- und Eiweiß­stoffwechsel. Sie speichert Zucker (Glukose) in Form von Glykogen, setzt es bei Bedarf wieder als Glukose frei und reguliert so den Blut­zuckerspiegel. Sie lagert Fette an und bildet aus ihnen sogenannte Keton­körper, die neben Glukose als alternative Energie­quellen genutzt werden können (z. B. beim Fasten). Darüber hinaus produziert sie wichtige Plasma­proteine wie Albumin, das Stoffe sowie Gerinnungs­faktoren im Blut transportiert, damit Blut bei Ver­letzungen gerinnt und Wunden heilen können. Sie spaltet zudem Eiweiße in ihre einzelnen Bestand­teile, die Aminosäuren, auf, die der Körper für die Herstellung neuer Proteine benötigt.3

Entgiftung

Als Entgiftungs­organ baut die Leber Alkohol, Medikamente, Schad­stoffe und Abbau­produkte über zwei Phasen ab. Im ersten Teil­schritt werden die Stoffe chemisch so verändert, dass sie in der zweiten Abbau­phase zu harmlosen und wasser­löslichen Ver­bindungen umgebaut werden können. Diese können anschließend über die Galle oder die Nieren aus­geschieden werden.3

Hormon­produktion

Neben anderen Hormon­drüsen produziert auch die Leber einige Hormone sowie deren Vor­stufen und fördert so Wach­stum und Stoff­wechsel. Außerdem werden Hormone in der Leber umgewandelt: Vitamin D (in Form von Chole­calciferol) wird in die letzte Vorstufe Calcidiol, auch als Speicher­form des Vitamin D bekannt, und das Schilddrüsen­hormon Thyroxin (T4) in Tri­jodthyronin (T3) umgewandelt. Diese Funktionen spielen für die Balance des Hormon­haushalts eine wichtige Rolle.3

Gallen­bildung

Die Leber produziert täglich bis zu einem Liter Gallen­flüssigkeit,4 die zur Vor­verdauung von Fetten im Dünndarm ver­antwortlich ist. Die Galle wird über die Gallen­kanälchen hin zum Gallen­gang geleitet und von dort in der Gallen­blase gespeichert. Hier kann sie kon­zentriert und je nach Bedarf in den Dünndarm ab­gegeben werden.5 Im Dünndarm sorgt sie durch ihre seifenartige Zusammen­setzung dafür, dass Nahrungs­fette ver­daulicher werden.3

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Illustration eines menschlichen Körpers mit der Lage der Leber im Oberbauch.

Wo sitzt die Leber?

Die anatomische Lage der Leber befindet sich im rechten Ober­bauch direkt unter dem Zwerch­fell und wird durch den darüber­liegenden unteren Rippen­bogen geschützt. Sie grenzt an den Dickdarm, den Dünndarm, die rechte Niere, den Magen und die Speiseröhre. Durch ihre Beweg­lichkeit bei der Atmung kann die Leber am besten während der Einatmung ge­tastet werden.1

Wo sitzt die Leber?

Die anatomische Lage der Leber befindet sich im rechten Ober­bauch direkt unter dem Zwerch­fell und wird durch den darüber­liegenden unteren Rippen­bogen geschützt. Sie grenzt an den Dickdarm, den Dünndarm, die rechte Niere, den Magen und die Speiseröhre. Durch ihre Beweg­lichkeit bei der Atmung kann die Leber am besten während der Einatmung ge­tastet werden.1

Illustration eines menschlichen Körpers mit der Lage der Leber im Oberbauch.

Häufige Leber­erkrankungen

Hepatitis

Hepatitis ist eine Entzündung der Leber, die haupt­sächlich durch virale Infektionen (A, B, C, D, E, G) verursacht wird. Infektionen mit nicht viralen Erregern wie Bakterien, Parasiten oder Pilzen sind deutlich seltener. Zusätzliche Risiko­faktoren sind über­mäßiger Alkohol­konsum, Auto­immunerkrankungen oder toxische Substanzen. Man unter­scheidet zwischen einer akuten (kurzfristig, oft selbstheilend) und einer chronischen Hepatitis (Dauer über sechs Monate). Letztere kann zu schwerwiegenden Folgen wie Leber­zirrhose oder Krebs führen. Je nach Art der Hepatitis sind unter­schiedliche Symptome charakteristisch, jedoch treten in der Regel Allgemein­symptome wie Müdig­keit, Fieber, Übelkeit oder Oberbauch­schmerzen auf.6,7

Fettleber

Die Fettleber entsteht durch eine über­mäßige Fettansammlung in den Leber­zellen, verursacht durch Alkohol­konsum, Stoffwechsel­störungen wie Diabetes sowie Über­gewicht.9 Sie gilt als frühes, oft symptomloses Stadium einer Leber­erkrankung und kann sich durch Lebensstil­maßnahmen wie Alkohol­verzicht, Gewichts­reduktion sowie aus­gewogene Ernährung und Bewegung zurück­bilden. Bleibt sie jedoch unbehandelt, sind schwere Krankheits­verläufe wie Fibrose, entzündliche Steato­hepatitis oder Leber­zirrhose möglich.10

Leber­zirrhose

Eine Leber­zirrhose entsteht als Folge lang­jähriger Leberschäden, die beispiels­weise durch eine chronische Hepatitis, exzessiven Alkohol­konsum oder eine nicht­alkoholische Fettleber­erkrankungen ausgelöst werden können. Dabei kommt es zu einer fort­schreitenden Vernarbung (Fibrose) des Leber­gewebes, wodurch das Organ seine Struktur verliert. Die Fähigkeit zur Regeneration des Leber­gewebes geht verloren, was zu Funktions­störungen und -ausfällen, Pfortader­hochdruck und Komplikationen wie Bauch­wasser (Aszites) oder schließlich Leber­versagen führen kann.8

Symptome von Leber­erkrankungen

Er­krankungen der Leber werden meist erst spät bemerkt, da sich frühe Ver­änderungen oft nur durch unspezifische Symptome wie anhaltende Müdig­keit, Übelkeit und Appetit­losigkeit bemerkbar machen. Bei Fortschreiten der Er­krankungen treten Symptome wie gelbe Ver­färbung von Haut und Augen (Gelb­sucht), Juck­reiz und dunkler Urin auf. Typisch sind außerdem Druck­schmerz im rechten Ober­bauch, helle Stuhlverfärbung und Blutungs­neigungen durch Gerinnungs­störungen.11

Fazit

Als größtes Drüsenorgan des menschlichen Körpers ist die Leber unverzicht­bar als zentraler Stoffwechsel­regulator, Entgiftungs­organ- und Gallenproduktions­zentrum. Ihr Aufbau aus Segmenten und Läppchen macht die Leber besonders effizient. Deshalb lassen sich bei Bedarf auch Teile des Organs gezielt ent­fernen, ohne die Funktion zu bee­inträchtigen. Häufige Erkrankungen wie Hepatitis, Leber­zirrhose und Fett­leber zeigen wie empfindlich die Leber auf Alkohol, Über­ernährung und Infektionen reagiert. Prävention durch eine alkoholarme und gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung sowie regel­mäßige Checks schützen dagegen langfristig die Leber­gesundheit.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Die Leber ist durch ihre Multi­funktionalität essenziell für den menschlichen Körper, in dem sie lebens­wichtige Prozesse steuert. So reguliert sie den Stoff­wechsel, produziert lebens­notwendige Eiweiße wie Albumine (Transport­proteine) und Gerinnungs­faktoren, speichert Vitamine sowie Zucker als Energie­speicher und entgiftet den Körper von Schad­stoffen.3 Ohne die Leber wäre der Mensch innerhalb etwa eines Tages nicht mehr lebens­fähig.12

Die Leber speichert Zucker, Fette, Vitamine und essenzielle Mineral­stoffe wie Eisen. Sie filtriert kontinuierlich das Blut und entgiftet es durch den Abbau toxischer Stoffe wie Ammoniak aus dem Darm (zu Harn­stoff), Alkohol und Medikamente. Zusätzlich produziert sie Gallen­saft zur Fett­verdauung, sowie Plasma­proteine und Gerinnungs­faktoren. Schließlich baut sie alte Blut­zellen, überschüssige Hormone und weitere Schad­stoffe ab.3

Die Leber signalisiert Probleme oft erst spät, da sie kein Schmerz­empfinden aufweist. Frühe, unspezifische Warn­signale wie anhaltende Müdig­keit, Leistungs­einbußen, Juckreiz oder ein Druck­gefühl im rechten Ober­bauch können erste Anzeichen für eine Leber­erkrankung sein.13

Eine kranke Leber macht sich oft erst spät bemerkbar, weil sie keine Schmerzen verursacht. Erste Warn­signale sind oft unspezifisch. Dauernde Müdig­keit, weniger Leistungs­fähigkeit, Juckreiz oder Druck im rechten Ober­bauch können auf eine Erkrankung hindeuten.11 Erst bei fort­geschrittener Erkrankung wie Hepatitis oder Leber­zirrhose sind spezifischere Symptome möglich. Dazu zählen gelbe Verfärbung von Haut und Augen (Gelbsucht), Juck­reiz und dunkler Urin. Typisch sind außerdem Druck­schmerz im rechten Ober­bauch, helle Stuhl­verfärbung und Blutungs­neigung durch Gerinnungs­störungen, aber auch Übelkeit und Völle­gefühl nach Mahl­zeiten.13 Diagnostisch zeigt eine Blut­untersuchung erhöhte leber­spezifische Enzyme, ergänzt durch Ultraschall­untersuchungen zur Erkennung von Gewebe­veränderungen.1,6

  1. Amboss. Leber. 2025. https://next.amboss.com/de/article/F60g5S?q=leber (zuletzt ab­gerufen am 04.03.2026).
  2. DocCheck. Leber. 2026. https://flexikon.doccheck.com/de/Leber (zuletzt abgerufen am 04.03.2026).
  3. Brandes R, Lang F, Schmidt RF. Physiologie des Menschen Springer 2019.
  4. Gesundheits­information. Wie funktioniert die Gallen­blase? 2021. https://www.gesundheits­information.de/wie-funktioniert-die-gallenblase.html (zuletzt abgerufen am 04.03.2026).
  5. Clauss W, Clauss C. Human­biologie kompakt. Springer­Spektrum 2017.
  6. Amboss. Hepatitis B und HBV-Infektion. 2026. https://next.amboss.com/de/article/OS0I-2?q=hepatitis (zuletzt abgerufen am 04.03.2026).
  7. Doc­Check. Hepatitis. 2022. https://flexikon.doc­check.com/de/Hepatitis (zuletzt ab­gerufen am 04.03.2026).
  8. DocCheck. Leber­zirrhose 2025. https://flexikon.doccheck.com/de/Leber­zirrhose (zuletzt abgerufen am 04.03.2026).
  9. DocCheck. Fett­leber. 2025. https://flexikon.doccheck.com/de/Fett­leber (zuletzt ab­gerufen am 04.03.2026).
  10. Amboss. Alkohol­toxischer Leber­schaden. 2025. https://next.amboss.com/de/article/5S0iZf?q=fett­leber (zuletzt abgerufen am 04.03.2026).
  11. netDoktor. Leber­erkrankungen. 2024. https://www.net­doktor.de/krankheiten/leber­erkrankungen/ (zuletzt abgerufen am 04.03.2026).
  12. Uni­medizin Mainz. 2025. https://www.unimedizin-mainz.de/news­room/neuig­keiten/aktuelle-meldungen/news­detail/article/38-stunden-ohne-leber-eine-ausser­gewoehnliche-patienten­geschichte.html (zuletzt abgerufen am 05.03.2026).
  13. Leberhilfe. Leber­erkrankungen. https://www.leberhilfe.org/leber­erkrankungen/ (zuletzt abgerufen am 05.03.2026).

Bildquelle: iStock.com/Natalia Darmoroz

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