Den Alltag nach der Nierentransplantation gestalten
„Eine Nierentransplantation bedeutet in den meisten Fällen die Rückkehr zu einem selbstbestimmten Alltag – wenn ein paar wichtige Regeln befolgt werden.“
Inhalte dieses Kapitels
- Start ins Leben mit einem neuen Organ
- Das ist wichtig zu wissen nach der Nierentransplantation – Erfahrungsberichte
- Infektionen nach der Transplantation vorbeugen
- Schutz in der kalten und warmen Jahreszeit nach einer Nierentransplantation
- Richtig essen nach der Transplantation
- Mit Sport und Bewegung nach der Transplantation wieder fit werden
- Nach der Transplantation wieder arbeiten gehen
- Sicher im Urlaub und auf Reisen nach der Transplantation
- Sexualität erleben nach der Nierentransplantation
- Kinderwunsch und Schwangerschaft nach einer Nierentransplantation
Wo befinden Sie sich gerade? Die wichtigsten Etappen bei einer Nierentransplantation
Quiz – Testen Sie Ihr Wissen!
Start ins Leben mit einem neuen Organ
Die unter Umständen lange Wartezeit mit Dialyse ist mit vielen Einschränkungen verbunden. Nach der Transplantation kann man das Leben und den Alltag wieder aktiver und selbstbestimmter gestalten. Dabei ist es wichtig, das neue Organ zu schützen – u. a. mit einem bewussten Lebensstil.
- Schutz vor Infektionen, eine gesunde und keimarme Ernährung, regelmäßige Bewegung, ausreichender Sonnenschutz und vieles mehr sollten mit in den Alltag eingeplant werden.
- Auch Arbeiten und Reisen wird nach der Nierentransplantation wieder einfacher und der Wunsch nach Nähe, Liebe und Sexualität kann wieder mehr in den Vordergrund treten.
Besonders das erste Jahr nach der Transplantation ist entscheidend. Hier werden wichtige Weichen für ein gesundes Leben mit dem neuen Organ gestellt und es sind viele Verhaltensregeln zu beachten, um die Spenderniere zu schützen. Einige Einschränkungen werden bleiben, doch vieles wird mit der Zeit anders, besser und leichter.
Wichtige Hinweise und Tipps, wie man den Alltag nach der Transplantation bestmöglich gestalten und genießen kann, sind in den nachfolgenden Abschnitten zu finden.
Ansprechpersonen für Fragen und Sorgen nach der Transplantation
Im Leben mit einer Spenderniere ist vieles neu – das kann zu Unsicherheit führen. Sie können Ihre Ärztinnen und Ärzte im Transplantations-Zentrum alles fragen und ihnen gegenüber alles ansprechen, was Ihnen ungewöhnlich vorkommt. Wirklich alles!
Die regelmäßigen Nachsorgetermine bieten eine gute Gelegenheit, auch Themen anzusprechen, die über die Kontrolluntersuchungen hinausgehen. Im Abschnitt Nachsorge erfahren Sie, wie Sie sich optimal auf den Nachsorgetermin vorbereiten können.
Auch Selbsthilfegruppen und Patientenorganisationen können nach der Transplantation eine große Hilfe sein – gerade für Alltagstipps und Dinge, die man vielleicht nicht mit einem Arzt oder einer Ärztin besprechen möchte. Mehr Informationen und Kontakte zu Patientenorganisationen.
Das ist wichtig zu wissen nach der Nierentransplantation – Erfahrungsberichte
Wie wird das Leben und der Alltag nach einer Nierentransplantation aussehen? Menschen, die mit einer Spenderniere leben, berichten über ihre Erfahrungen – die positiven und auch die negativen. Sie verraten viele Tipps für den Alltag nach der Nierentransplantation.
Infektionen nach einer Nierentransplantation vorbeugen
Nach einer Nierentransplantation ist die dauerhafte oder ein Leben lange konsequente Einnahme von Immunsuppressiva nötig. Dadurch steigt jedoch das Risiko für Infektionen. Deshalb sollten sich Nierentransplantierte an einige wichtige Verhaltensregeln zum Schutz vor Infektionen halten.
Alles Wichtige zu den Immunsuppressiva und viele Tipps und Tricks, um keine Einnahme zu vergessen, ist im Abschnitt Immunsystem und immunsuppressive Therapie zusammengefasst. Dort finden Sie auch weitere Informationen darüber, warum das Infektionsrisiko durch die Immunsuppressiva erhöht ist und was mögliche Anzeichen für eine Infektion sind.
Bei Fragen, Anzeichen für eine Infektion oder bei neu auftretenden Beschwerden wenden Sie sich bitte sofort an das Transplantationszentrum!
Wie kann man sich vor Infektionen schützen – Verhaltenstipps für einen hygienischen Alltag
Hygiene in der Küche und beim Umgang mit Lebensmitteln
Lebensmittel können Bakterien und Pilze enthalten. Transplantierte sollten daher besonders auf Hygiene beim Einkauf und bei der Lagerung und Zubereitung von Lebensmitteln achten. Auch sollten alle Oberflächen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, gründlich gereinigt werden.
Auch eine keimarme Ernährung hilft, Infektionen zu vermeiden. Manche Lebensmittel sollten im Rahmen einer keimarmen Ernährung ganz vermieden werden.
Mehr zur Küchenhygiene, zum richtigen Umgang mit Lebensmitteln und zur keimarmen Ernährung nach der Transplantation erfahren Sie im Abschnitt zur Ernährung.
Sorgfältige Körperhygiene
Haut und Schleimhaut, z. B. im Mund oder im Genitalbereich, sind natürlicherweise von Bakterien und Pilzen bewohnt und kommen im Alltag mit Krankheitserregern in Kontakt. Deshalb ist eine gute Körperhygiene wichtig, um Infektionen zu vermeiden. Hier ein paar Tipps:
- Regelmäßiges Händewaschen mit Seife
- Zweimal täglich Zähneputzen (Zahnprothesen einmal täglich)
- Besser duschen als baden, Whirlpools und Dampfbäder meiden
- Tägliche Intimpflege zur Vorbeugung von aufsteigenden Infektionen über die Harnwege
- Umstieg auf Binden oder Periodenunterwäsche während der Menstruation
- Nur eigene Handtücher nutzen, diese regelmäßig wechseln
- Handtücher und Wäsche mit Schleimhautkontakt bei mindestens 60 Grad waschen
- Regelmäßiges Erhitzen des Leitungswassers auf mindestens 60 Grad (betrifft die Einstellung der Kesseltemperatur der Hauswasseranlage)
Vorsichtsmaßnahmen bei der Pflanzenpflege und Gartenarbeit
Erde und Kompost sowie das Wasser von Schnittblumen enthalten viele Keime, die über kleine Verletzungen in die Haut und über die Atemwege aufgenommen werden können. Um sich vor Infektionen zu schützen, sollte man bei der Pflanzenpflege einige Maßnahmen beachten, zum Beispiel:
- Tragen von Handschuhen
- Gründliches Händewaschen nach dem Umgang mit Pflanzen und Erde
- Umtopfen oder den Wasserwechsel bei Schnittblumen vermeiden, insbesondere in den ersten Monaten nach der Transplantation
- Vermeiden von Staubaufwirbeln, zum Beispiel durch Verwendung von Pflanzensubstrat statt Erde oder Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (Maske) bei staubigen Arbeiten
Verhaltensregeln beim Umgang mit Haustieren
Wer bereits ein Haustier besitzt, kann man dieses grundsätzlich auch nach der Transplantation behalten. Dabei sollten jedoch einige Verhaltensregeln eingehalten werden, zum Beispiel:
- Händewaschen nach Kontakt mit dem Tier, Tiere nicht „küssen“ und sich nicht ablecken lassen
- Regelmäßige tierärztliche Untersuchung auf Parasiten, Würmer und andere Krankheitserreger
- Kontakt mit Tierkot vermeiden, zum Beispiel Katzenklo nicht selbst reinigen
- Kein Kontakt mit streunenden/fremden Tieren, bei Haustieren von Bekannten Informationen zu Impfungen und Entwurmung erfragen
Von der Neuanschaffung eines Haustieres wird von den meisten Transplantationszentren abgeraten, zumindest in den ersten ein bis zwei Jahren nach der Transplantation. Einige Haustiere bergen ein höheres Infektionsrisiko – zum Beispiel Katzen (Toxoplasmose) und Papageien (Psittakose). Auch bei Reptilien, Nagetieren und Küken ist besondere Vorsicht vor Infektionen geboten. Generell tragen vor allem junge Tiere häufig viele Infektionserreger, oft ohne selbst Symptome zu zeigen.
Soziale Kontakte und Kontaktbeschränkungen
Nach der Transplantation ist es endlich wieder einfacher, sich mit Familie, Freundinnen und Freunden oder anderen Menschen zu treffen. Doch auch hier sollte man auf einige Dinge achten, um das Infektionsrisiko möglichst gering zu halten, zum Beispiel:
- Nahen Kontakt mit erkrankten und ansteckenden Personen – zum Beispiel Menschen mit Fieber und/oder Erkältungssymptomen – vermeiden, insbesondere im ersten Jahr nach der Transplantation
- Wo viele Menschen sind (öffentliche Verkehrsmittel, Behörden, Arztpraxen, etc.) am besten konsequent eine Maske tragen
- Händeschütteln vermeiden, ein Lächeln oder eine kleine Geste sind ein guter Ersatz
- Zeit an Orten verbringen, wo das Infektionsrisiko gering ist
- Auch bei sexuellen Kontakten – ob mit einer festen Partnerin oder einem festen Partner oder anderen Sexualpartnern – immer auf einen ausreichenden Infektionsschutz achten. Mehr dazu im Abschnitt zur Sexualität.
Die Entscheidung für oder gegen ein Treffen mit Familie, Freunden und Anderen ist letztendlich je nach Situation immer individuell zu treffen und eine persönliche Entscheidung.
Schutz durch Impfungen
Impfungen schützen vor Infektionen. Deshalb wird Transplantierten empfohlen, sich regelmäßig gegen bestimmte Infektionen impfen zu lassen.
- Schutzimpfungen mit Totimpfstoffen – zum Beispiel gegen Diphtherie, Tetanus und Influenza (Grippe) – sind nach einer Transplantation möglich. Auch mRNA-Impfstoffe (z. B. gegen Covid-19) sind Totimpfstoffe und für Menschen mit einer Spenderniere geeignet.
- Lebendimpfstoffe – zum Beispiel gegen Masern-Mumps-Röteln oder Gelbfieber – dürfen nach einer Transplantation nicht eingesetzt werden.
- Auch Angehörige und enge Kontaktpersonen sollten zum Schutz der oder des Transplantierten vollständig geimpft sein.
Viele Transplantationszentren bieten spezielle Impfsprechstunden für ihre Patientinnen und Patienten an.
Impfbroschüre des BDO Auf der Webseite des Bundesverbandes der Organtransplantierten e. V. haben Sie die Möglichkeit, den Sonderdruck „Impfungen vor und nach Organtransplantation“ zu bestellen.
Schutz in der warmen und kalten Jahreszeit nach einer Nierentransplantation
Die verschiedenen Jahreszeiten lassen sich nach der Transplantation wieder intensiver erleben und genießen. Dabei sollten allerdings einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden.
Die Sonne genießen nach der Nierentransplantation
Durch die immunsuppressive Therapie ist das Risiko für Hautkrebs nach der Transplantation erhöht. Manche Immunsuppressiva können auch die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen (Phototoxizität). Um sich zu schützen, sollten Transplantierte sich nicht zu lange der Sonne aussetzen – auch nicht im Winter. Wasser, Feuchtigkeit, Schnee und Eis können die UV-Strahlung verstärken. In höheren Lagen, zum Beispiel in den Bergen, ist die UV-Strahlung stärker als in niedrigeren Lagen. Beim Aufenthalt im Freien sollte Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor (LSF) 50+ verwendet werden.
Schwimmen und Baden – darauf sollte man nach der Transplantation achten
Schwimmen ist nach vollständig abgeschlossener Wundheilung möglich – abhängig vom Verlauf der Transplantation und des Heilungsprozesses sowie von der Art des Gewässers.
- Stehende und sehr warme Gewässer wie Badeseen sollten zunächst vermieden werden. Gerade im Sommer können hohe Wassertemperaturen zu vermehrtem Wachstum von Keimen führen, die Infektionen auslösen können.
- In öffentlichen Bädern sollten Flip-Flops oder Badeschuhe getragen werden.
- Nach dem Besuch von Schwimmbad, Sauna oder öffentlichen Gewässern sollten Transplantierte duschen und die Hände und Füße gründlich desinfizieren, um die Ansteckung mit Pilzen oder Feigwarzen zu vermeiden.
- Es besteht die Möglichkeit, sich gegen das Humane Papillomavirus (HPV) impfen zu lassen, um einer Ansteckung mit Feigwarzen vorzubeugen. Transplantierte sollten diese Option aktiv bei ihrer Ärztin bzw. ihrem Arzt ansprechen.
Gut durch die kalte Jahreszeit kommen
Winterzeit ist Erkältungszeit. Deshalb ist gerade in der kalten Jahreszeit der Infektionsschutz wichtig, denn durch die Immunsuppressiva steigt das Risiko für Infektionen. Grundsätzlich gelten für Transplantierte die gleichen Verhaltensregeln wie für Nicht-Transplantierte, um sich vor Erkältungen zu schützen.
Richtig essen nach der Transplantation
Mit einer Nierentransplantation gewinnen Menschen viel Freiheit in Bezug auf ihre Ernährung zurück. Trotzdem müssen sie für ein langes und gesundes Leben mit dem neuen Organ ein paar Ernährungsregeln beachten. Dazu gehören der Verzicht auf Nahrungsmittel, die die immunsuppressive Therapie stören, eine keimarme Ernährung und eine gesunde und abwechslungsreiche Kost.
Welche Lebensmittel sind nach einer Nierentransplantation verboten?
Wie manche Medikamente können auch bestimmte Lebensmittel die Wirkung von immunsuppressiven Medikamenten beeinflussen. Ihr Verzehr kann dazu führen, dass die Medikamente stärker oder schwächer wirken. Das kann Nebenwirkungen oder Probleme mit dem neuen Organ verursachen – im schlimmsten Fall eine Abstoßungsreaktion.
Nahrungsmittel, die dauerhaft und zwingend vom Speiseplan gestrichen werden müssen
Folgende Lebensmittel können die Wirkung von Immunsuppressiva verändern und sollten auf jeden Fall vermieden werden. Das gilt für die frischen Lebensmittel genauso wie für gekochte Speisen und für Zubereitungen, Säfte oder Tees, die diese Nahrungsmittel enthalten.
- Grapefruit, Pomelo, Pampelmuse
- Sternfrucht
- Granatapfel
- Johanniskraut (kann auch in Tees enthalten sein!)
- Schisandrabeeren (kann auch in Müslis enthalten sein!)
Mehr Informationen zum Thema Wechselwirkungen zwischen Lebensmitteln und der immunsuppressiven Therapie finden sich im Abschnitt Immunsystem und Immunsuppressive Therapie.
Auf eine keimarme Ernährung achten
- Daher sollten Nierentransplantierte sich keimarm ernähren und auch bei der Zubereitung und dem Verzehr bestimmter Lebensmittel vorsichtig sein.
- Auch bei Einkauf und Lagerung von Lebensmitteln sollte man besonders auf die Hygiene achten. Mehr zur Lebensmittelhygiene findet sich im 1 x 1 der Lebensmittelhygiene.
Eine keimarme Ernährung ist besonders im ersten Jahr nach der Transplantation wichtig, da hier die Infektionsgefahr sehr hoch ist.
Einige Lebensmittel sind nach einer Nierentransplantation grundsätzlich zu vermeiden, einige sollten besonders am Anfang mit Vorsicht genossen werden. Viele Lebensmittel sind aber erlaubt, sodass einer genussvollen Ernährung nach der Transplantation nichts im Wege steht.
Manchmal muss man nicht komplett verzichten, sondern nur ein bisschen umdenken
Durch kleine Anpassungen beim Einkauf oder bei der Zubereitung wird auch der Genuss von eigentlich verbotenen Lebensmitteln möglich. Hier ein paar Beispiele:
- Es gibt mittlerweile Pecorino-Käse, der aus pasteurisierter Milch hergestellt wird und statt Parmesan (Rohmilchkäse) verwendet werden kann. Dies muss explizit auf der Verpackung stehen oder der Käsehändler gibt Auskunft.
- Auch die Zubereitungsart kann helfen, das Infektionsrisiko zu reduzieren, z. B. das Schälen oder Durchgaren von Lebensmitteln. Deshalb erscheinen manche Lebensmittel in der nachfolgenden Infografik auch bei mehreren Lebensmittelampeln, z. B. Nüsse und Pilze bei rot und grün. Auch Salami und andere luftgetrocknete Wurstwaren dürfen nach hohem Erhitzen verzehrt werden.
Das 1 x 1 der Lebensmittelhygiene
Beim Umgang mit Lebensmitteln und allen Dingen, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, sollten Transplantierte besonders auf Hygiene bedacht sein.
Beim Einkauf
- Lebensmittel möglichst frisch oder vakuumverpackt kaufen
- Nur so viel kaufen, wie unmittelbar verbraucht werden kann
- Auf das Mindesthaltbarkeits- sowie das Verfallsdatum achten
- Kein Obst oder Gemüse mit braunen Stellen kaufen. Es reicht nicht, diese Stellen abzuschneiden, da sich die Erreger bereits im gesamten Lebensmittel ausgebreitet haben können.
- Keine Lebensmittel in beschädigten Verpackungen kaufen
- Kühlkette aufrechterhalten beim Transport nach Hause (Kühltasche verwenden!)
Bei der Lagerung
- Lebensmittel entsprechend der angegebenen Empfehlung lagern
- Kühl, dunkel und trocken, am besten in geschlossenen Behältern aufbewahren
- Wenn in einer Lebensmittelpackung auch nur ein Stück verschimmelt ist, gleich die ganze Packung entsorgen.
- Kühlschranktemperatur zwischen 2 und 6 °C einstellen
- Brotkasten und Kühlschrank regelmäßig mit Essig auswaschen (am besten diese Aufgabe in den Kalender eintragen)
- Fleisch und Fisch nicht direkt neben anderen rohen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse aufbewahren
Bei der Zubereitung
- Obst und Gemüse gründlich waschen und wenn möglich schälen
- Alle Lebensmittel gut durchgaren, insbesondere Fleisch und Fisch
- Frisch gekocht essen und nicht lange warmhalten (bei Erwärmung in der Mikrowelle auf ausreichende Temperatur im ganzen Essen achten)
- Gefrorenes Fleisch und gefrorenen Fisch in einem Sieb auftauen und die Auftauflüssigkeit sofort wegschütten (am besten im Kühlschrank auftauen und nicht mit anderen Lebensmitteln in Berührung kommen lassen)
In der Küche
- Händewaschen vor und nach dem Umgang mit Lebensmitteln
- Regelmäßiger Austausch von Spüllappen und -bürste sowie Geschirrtüchern (möglichst täglich), keine Spülschwämme verwenden
- Spüllappen und Geschirrtücher bei mindestens 60 °C waschen, Spülbürsten können in der Spülmaschine bei min. 60 °C gereinigt werden
- Verwendung eines Schneidbrett aus Glas oder Keramik statt Holz oder Kunststoff
- Arbeitsflächen, Schneidbretter und Messer, die während der Zubereitung verwendet wurden, gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel reinigen, bevor verzehrfertige Produkte und fertige Gerichte mit ihnen in Kontakt kommen
- Müll regelmäßig entsorgen (kleine Müllbeutel verwenden und häufig austauschen)
Essen im Restaurant
- Wählen Sie grundsätzlich Reiseländer und Restaurants mit Hygienestandards. Verzichten Sie auf Straßenküchen und Imbissbuden sowie Rohkost, Salate und ungeschältes Obst.
- Im ersten Jahr nach der Transplantation sollten Buffets vermieden werden, da Speisen des Buffets lange warmgehalten und ggf. von vielen anderen Menschen angefasst werden.
- Auch im Restaurant muss sichergestellt sein, dass Lebensmittel, die die Wirkung von Immunsuppressiva beeinflussen, nicht verzehrt werden. Sprechen Sie im Zweifelsfall das Restaurantpersonal darauf an.
➔ Hier finden Sie weitere Tipps, worauf Sie beim Reisen achten sollten.
Mit einer gesunden Ernährung Erkrankungen vorbeugen
Nierentransplantierte können selbst viel für ihre Gesundheit tun. Mit einem gesunden Lebensstil und einer ausgewogenen Ernährung kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck und für Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen, die nach einer Organtransplantation häufiger auftreten, gesenkt werden. Auch dem Fortschreiten einer bereits vorliegenden Erkrankung kann so vorgebeugt werden.
Die Ernährungsempfehlungen für Nierentransplantierte sind sehr ähnlich wie die allgemeinen Empfehlungen. Achten Sie auf eine ausgewogene und abwechslungsreiche Mischkost. Dabei sollten reichlich Ballaststoffe sowie ausreichend Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente aufgenommen werden.
Das passt nicht zu einer gesunden Ernährung
Hochverarbeitete Lebensmittel
- Sie enthalten häufig viele Zusatzstoffe und viel Salz, Zucker und Fett – vor allem auch besonders ungesunde sogenannte gehärtete Fette.
- Beispiele: Fertiggerichte wie Tiefkühlpizzas oder Chicken Nuggets, Wurst und Fleischersatzprodukte, süße und salzige Snacks wie Schokolade, Gummibärchen und Chips
Stark gesalzene Nahrungsmittel und Speisen
- Für eine salzreduzierte Ernährung, die maßgeblich zur Herzgesundheit beitragen kann, sollte täglich nicht mehr als 6 g Salz aufgenommen werden – das entspricht etwa 1 Teelöffel.
- Wer früher mit mehr Salz gekocht hat, sollte sich langsam an eine geringe Salzmenge gewöhnen – das geht leichter, als man denkt.
- Tipp: Salzarm kochen und lieber später nachsalzen. Dadurch reduziert man die Salzmenge leichter.
Weitere Informationen im Netz
Nach der Transplantation das Gewicht im Auge behalten
Durch die Einnahme von Kortison nach der Transplantation wird das Hungergefühl verstärkt. Deswegen sollten Sie gerade in der ersten Zeit nach der Transplantation besonders auf eine gesunde Ernährung und auf das Körpergewicht achten.
Mehr trinken will gelernt sein
Nach einer Nierentransplantation ist es wichtig, ausreichend zu trinken. Für Menschen, die über längere Zeit mit Dialyse leben mussten und daher gelernt haben, wenig zu trinken, ist das oft zunächst eine Umgewöhnung. Dabei können Trinkflaschen mit Trinkanzeige oder Skala sowie Apps mit Erinnerungsfunktion helfen. Auch die Blase gewöhnt sich mit der Zeit an größere Flüssigkeitsmengen und lernt, diese wieder sicher zu speichern.
Nierentransplantierte sollten 1,5 bis 2 Liter pro Tag trinken. Gut geeignet sind kalorienfreie Getränke wie Wasser – mit oder ohne Kohlensäure – oder Tee.
- Säfte und Limonaden haben einen hohen Zuckergehalt und sollten nur in Maßen konsumiert werden.
- Aufgrund des hohen Phosphatgehalts sollten Nierentransplantierte auf Cola verzichten.
- Multivitaminsäfte können Bestandteile (z. B. Grapefruitsaft) enthalten, die die immunsuppressive Therapie stören, und sollten deswegen vermieden werden.
Umgang mit Alkohol nach einer Nierentransplantation
Alkohol wirkt sich negativ auf den Stoffwechsel aus, kann Gefäßerkrankungen fördern und bei regelmäßigem Konsum die Wirkung der Immunsuppressiva beeinflussen. Nierentransplantierte sollten daher möglichst selten und wenig Alkohol trinken.
Rauchen nach der Nierentransplantation
Rauchen schadet der Lunge, den Blutgefäßen und auch der neuen Niere. Außerdem erhöht Nikotin das Risiko für Krebserkrankungen. Bereits während der Wartezeit auf eine neue Niere sollten Sie mit dem Rauchen aufhören und auch kein Nikotin in Form von z. B. Vapes, E-Zigaretten, Kautabak, Snus oder Nikotinkaugummis, -sprays oder -pflastern konsumieren. Vermeiden Sie auch Passivrauchen. Nach der Transplantation sollten Sie keinesfalls mit dem Rauchen (wieder-)anfangen, da das Krebsrisiko durch die immunsuppressive Therapie zusätzlich erhöht wird.
Fazit: Senken Sie Ihr Risiko für gesundheitliche Probleme jeder Art so gut es geht!
Mit Sport und Bewegung nach der Transplantation wieder fit werden
Bewegung wirkt sich positiv auf Körper und Seele aus
Regelmäßige Bewegung tut Körper und Seele gut. Sie hilft, Stress abzubauen, einen Ausgleich im Alltag zu finden und nach der Transplantation wieder fit zu werden. Sport stärkt das Herz, fördert den Stoffwechsel und schützt vor Krankheiten. Das ist gerade nach einer Transplantation wichtig, da unter der Einnahme von Immunsuppressiva das Risiko für diese Erkrankungen erhöht ist.
Nach langjähriger Nierenerkrankung ggf. mit Dialyse kann es große Freude machen, wieder Bewegung ins Leben zu bringen – ein deutlicher Gewinn an Lebensqualität!
Sport treiben nach der Transplantation – das sollte man beachten
Wann man nach der Transplantation wieder mit Sport beginnt, hängt vom individuellen Wohlbefinden und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab. Mit entsprechender Übung kann man an der eigenen Fitness arbeiten und die Leistungsfähigkeit verbessern. Dabei sind Ausdauersport oder körperschonende Sportarten gut geeignet. Sportarten, die mit großer Kraftanstrengung oder erhöhter Verletzungsgefahr verbunden sind, werden dagegen nicht empfohlen, da Stöße oder Erschütterungen die neue Niere schädigen können.
Bei Fragen und wenn Sie unsicher sind, wann Sie wieder Sport treiben dürfen und welche Sportarten für Sie geeignet sind, sprechen Sie mit dem Team des Transplantationszentrums. Auch bevor Sie eine neue Sportart beginnen, halten Sie bitte Rücksprache.
Tipps zu Bewegung und Sport nach einer Nierentransplantation
Wann darf man nach der Transplantation mit Sport beginnen?
- Direkt nach der Operation: Frühe Mobilisierung unter fachlicher Aufsicht (Pflegepersonal oder Physiotherapeutin bzw. -therapeut) und leichte körperliche Aktivität, z. B. Spaziergänge, können die Kondition verbessern. Starke Anstrengungen und schweres Heben oder Pressen sollte aber vermieden werden, da die Wundheilung noch nicht vollständig abgeschlossen ist.
- Mit zunehmender Ausdauer: Sportliche Aktivität unter fachlicher Aufsicht (Physiotherapie) beginnen und langsam schrittweise steigern. Übungen am Ergometer/Heimtrainer, Walking oder Fahrradfahren im Freien ins Sportprogramm mit aufnehmen.
- Körperliche Aktivität in den Alltag einbauen: Die Treppe statt den Aufzug nehmen, laufen oder Fahrrad statt Auto fahren, langes Sitzen vermeiden.
Geeignete und ungeeignete Sportarten für Nierentransplantierte
Diese Sportarten sind gut geeignet nach einer Transplantation:
- Ausdauersportarten wie Walking, Wandern, Radfahren, Tanzen oder Joggen
- Schwimmen nach vollständig abgeschlossener Wundheilung, dabei auf den Infektionsschutz achten
- Tai Chi, Qi Gong, Yoga, Gymnastik und moderates Krafttraining
Bei diesen Sportarten sollte man vorsichtig sein:
- Sportarten mit erhöhtem Verletzungs- und Sturzrisiko, wie Kampfsport, Reiten, Ski alpin
- Sportarten mit unkontrollierten Bewegungen und dem Einsatz von Gegenständen wie Bällen, Schlägern oder Stöcken – zum Beispiel Fußball, Basketball, Tennis oder Hockey
- Sportarten mit sehr großer Erschütterung oder Kraftanstrengung, zum Beispiel sprungintensive Sportarten oder Gewichtheben
Bei diesen Vorschlägen handelt es sich um generelle Empfehlungen. Besprechen Sie Ihre sportlichen Wünsche und Bedürfnisse mit dem Team des Transplantationszentrums!
Wann man auf Sport verzichten sollte
Transplantierte sollten lieber auf sportliche Aktivitäten verzichten bei
- hohen Außentemperaturen
- Fieber
- Infektionen (auch 1 bis 2 Wochen nach einem Infekt)
- starker Erschöpfung/Müdigkeit
Die sportliche Aktivität sollte unterbrochen werden, wenn man sich unwohl fühlt. Treten unter Belastung Beschwerden auf, z. B. Übelkeit, Schwindel, sehr hoher Puls, Schmerzen in der Brust oder Sehstörungen, sollte man mit einer Ärztin oder einem Arzt sprechen.
Gemeinsam aktiv sein
Bewegung tut gut und macht gemeinsam oft noch mehr Spaß als allein. Zusammen Sport zu treiben, kann auch dazu motivieren, dranzubleiben. Deshalb: Suchen Sie sich gerne Gleichgesinnte oder werden Sie Mitglied in einer speziellen Trainingsgruppe, einem Fitness-Studio oder einem Sportverein in Ihrer Nähe.
Eine interessante Anlaufstelle ist auch der Verein TransDia Sport Deutschland e.V., der Transplantierte und Dialysepatientinnen und -patienten dabei unterstützt, fit zu bleiben. Die Sportgemeinschaft nimmt an nationalen und internationalen Sportveranstaltungen und Meisterschaften teil und macht auf das Thema Organspende aufmerksam.
Nach der Transplantation wieder arbeiten gehen
Wann ist ein beruflicher Wiedereinstieg nach der Transplantation möglich und was sollte man dabei beachten?
Viele Transplantierte freuen sich auf einen Wiedereinstig in den Beruf. Die regelmäßige Beschäftigung, die sozialen Kontakt am Arbeitsplatz und berufliche Erfolgserlebnisse – all das kann sich positiv auf die Lebensqualität auswirken.
Wann man wieder in den Beruf einsteigen kann, hängt vom individuellen Gesundheitszustand und der beruflichen Tätigkeit ab. Im Allgemeinen können Transplantierte wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, sobald sie sich belastbar fühlen. Dabei sollte auf ein paar wichtige Punkte geachtet werden.
- Die Arbeitsbelastung sollte langsam gesteigert und körperliche Überanstrengung, wie schweres Heben und Stress, vermieden werden. Es ist sinnvoll, den Arbeitsalltag so zu gestalten, dass ausreichende Ruhezeiten eingehalten und die immunsuppressiven Medikamente regelmäßig eingenommen werden können.
- Der Arbeitsplatz sollte an die neuen Bedürfnisse von Nierentransplantierten angepasst werden, ggf. kann der Wechsel in eine andere Position erforderlich sein. Dabei sind Infektionsquellen, Staub und Klimaanlagen, die die Verbreitung von Keimen begünstigen, sowie direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden.
- Der Wiedereinstieg in den Beruf sollte vorab mit dem Team des Transplantationszentrums besprochen werden. Auch wenn im Verlauf der Wiederaufnahme der Berufstätigkeit Fragen auftauchen, ist das Transplantationszentrum wichtiger Ansprechpartner.
- Manche Berufe sind für Transplantierte dauerhaft nicht mehr möglich, z. B. Berufe mit grundsätzlich hoher Keimbelastung, schwerer körperlicher Anstrengung oder starker Sonneneinstrahlung. In solchen Fällen gibt es speziell für Menschen mit Behinderung die Möglichkeit einer Umschulung.
Die Möglichkeiten der beruflichen Wiedereingliederung nutzen
Seit 2004 sind Arbeitgeber verpflichtet, eine berufliche Wiedereingliederung anzubieten. Für einen stufenweisen Wiedereinstieg nach dem Hamburger Modell wird unter ärztlicher Anleitung eine schrittweise Steigerung der Arbeitszeit und -belastung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart. Vor einer geplanten Rückkehr an den Arbeitsplatz sollte Kontakt zur Schwerbehindertenvertretung oder zum betrieblichen Wiedereingliederungsmanagement aufgenommen werden, die den Prozess begleiten und erleichtern und zusätzlich bei der Gestaltung des Arbeitsplatzes behilflich sind. Auch die Krankenkassen bieten Informationen zur Wiedereingliederung an.
Ansprechpartner und Unterstützung bei der Umgestaltung des Arbeitsplatzes
Als Transplantierter sollte man die Anforderungen an den Arbeitsplatz kennen und diese auch einfordern. Bei der Umgestaltung des Arbeitsplatzes – zum Beispiel, wenn der Boden mit Parkett statt Teppich ausgelegt werden muss, um Infektionsquellen zu minimieren – bekommen Arbeitgeber Unterstützung. Bei Arbeitnehmenden mit chronischer Erkrankung oder Schwerbehinderung ist u. a. die Bundesagentur für Arbeit zuständig und kann beraten und unterstützen. Die Umgestaltung des Arbeitsplatzes wird auch über die Ämter finanziell unterstützt.
Weitere Informationen zur Arbeitsplatzgestaltung bei Schwerbehinderung bieten z. B. die Integrationsämter, die Industrie- und Handelskammern oder das Portal REHADAT.
Eine Bescheinigung Ihres Transplantationszentrums, die Ihre besonderen Anforderungen an den Arbeitsplatz darlegt, kann hilfreich sein, um die Anpassungen des Arbeitsumfelds zu kommunizieren und durchzusetzen.
Sicher im Urlaub und auf Reisen nach der Transplantation
Nach der Transplantation sind Urlaub und Reisen, auch in ferne Länder, wieder einfacher. Damit die Reise sicher bleibt, gibt es ein paar wichtige Dinge zu beachten.
Nach der Transplantation sind Urlaub und Reisen, auch in ferne Länder, wieder einfacher. Damit die Reise sicher bleibt, gibt es ein paar wichtige Dinge zu beachten.
Wählen Sie Reiseziele mit guter medizinischer Versorgung (Dialyse, Nephrologie, Medikamente) für den Fall, dass Sie Hilfe brauchen. Wichtig ist außerdem, die immunsuppressiven Medikamente auch auf Reisen in ausreichender Menge mitzuhaben, regelmäßig einzunehmen und dabei ggf. die Zeitverschiebung zu berücksichtigen.
Besprechen Sie Ihre Reisepläne vorher mit dem Team Ihres Transplantationszentrums.
Was ist bei der Reiseplanung zu beachten?
Dos
- Wählen Sie insbesondere im ersten Jahr nach der Transplantation Reiseziele in der Nähe und mit gutem hygienischem Standard.
- Klären Sie vor Antritt der Reise den Versicherungsschutz und Reiserücktransport im Ausland und schließen Sie ggf. eine Reiserücktrittsversicherung ab. Achten Sie dabei darauf, dass auch Ihre chronische Erkrankung von der Reiserücktrittsversicherung abgedeckt ist.
- Lassen Sie sich vor der Reise reisemedizinisch beraten zu besonderen Risiken, empfohlenen Impfungen und weiteren Prophylaxe-Maßnahmen (z. B. Malaria) und berücksichtigen Sie die Empfehlungen.
- Sprechen Sie mit dem Team Ihres Transplantationszentrums über Ihre persönliche Reiseapotheke. Ggf. kann es sinnvoll sein, auch eine antibiotische Erstversorgung mitzuführen.
- Bei Flugreisen muss man oft ärztliche Bescheinigungen für die Medikamente vorzeigen. Für alle Medikamente, die als Betäubungsmittel gelten, braucht man eine spezielle Bescheinigung.
- Medikamentenpläne und viele Bescheinigungen können online als Vorlage abgerufen werden, z. B. unter https://www.gesundheitsinformation.de/medikamenten-liste.html und https://www.adac.de/gesundheit/gesund-unterwegs/flugzeug-schiff/medikamentenmitnahme/.
Don'ts
- Reisen Sie nicht, wenn Sie sich krank fühlen.
Was ist während der Reise zu beachten?
Dos
- Insekten können Infektionen wie Malaria übertragen. Verwenden Sie Mückenschutzmittel und Mückennetze und tragen Sie helle und lange Kleidung.
Don'ts
- Immunsuppressiva erhöhen die Anfälligkeit für Infektionen. Bei Reisen in Gebiete mit schlechten hygienischen Bedingungen ist das Infektionsrisiko besonders hoch. Trinken Sie dort kein Leitungswasser und verwenden Sie es auch nicht zum Zähneputzen. Essen Sie keine rohen Nahrungsmittel, kein ungeschältes Obst, Gemüse oder Salat, der mit Leitungswasser gewaschen wurde.
- Immunsuppressiva erhöhen das Hautkrebsrisiko. Vermeiden Sie direkte Sonne und gehen Sie nie ohne Sonnenschutz in die Sonne. In südlichen und tropischen Regionen ist die UV-Strahlung besonders hoch – planen Sie das bei Ihrer Reise ein. Hier gibt es Tipps zum Sonnenschutz nach der Transplantation.
Endlich ist es soweit! Die Reise ist geplant und die Koffer werden gepackt. Dabei sollten einige Dinge wie medizinische Dokumente und Medikamente nicht fehlen. Wenn möglich, sollten wichtige Dokumente in englischer Sprache vorliegen.
Die Checkliste zum Herunterladen hilft Ihnen dabei, beim Packen nichts davon zu vergessen.
Sexualität erleben nach der Nierentransplantation
Für viele Menschen ist ein erfülltes Sexualleben ein wichtiger Aspekt der Lebensqualität. Während der Wartezeit auf eine neue Niere kann es jedoch zu einer Beeinträchtigung der Libido und der Sexualfunktionen kommen. Nach einer Transplantation stellt sich bei vielen Betroffenen eine Verbesserung ein. Wann man nach der Transplantation wieder sexuell aktiv werden kann, hängt von der Wundheilung und vom Entfernen der Harnleiterschiene ab. In der Regel sollte man noch 4 bis 6 Wochen warten.
Obwohl sich die Transplantation meist positiv auf das Sexualleben auswirkt, können auch Probleme auftreten, die das Sexualleben beeinträchtigen, zum Beispiel wegen körperlicher und psychischer Einschränkungen durch die Transplantation oder als Nebenwirkung der Medikamente. In vielen Fällen gibt es dafür jedoch Behandlungsmöglichkeiten.
Machen Sie nur das, was Ihnen guttut, und tauschen Sie sich mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner offen darüber aus.
Bei Fragen zur Sexualität oder bei sexuellen Problemen: Haben Sie keine Hemmungen, offen mit den Ärztinnen oder Ärzten im Transplantationszentrum oder Ihrer Nephrologin bzw. Ihrem Nephrologen darüber zu sprechen.
Ein häufiger Grund, warum Nierentransplantierte in die Klinik eingewiesen werden müssen, sind Harnwegsinfektionen.
Um Harnwegsinfekte zu verhindern, achten Sie auf eine regelmäßige Intimhygiene, trinken Sie ausreichend, entleeren Sie häufig Ihre Blase und vermeiden Sie Harndrang. Achten Sie außerdem darauf, nicht auszukühlen, und entleeren Sie die Blase nach dem vaginalen Geschlechtsverkehr.
Welche Schutzmaßnahmen können beim Geschlechtsverkehr getroffen werden?
So kann man sich vor Infektionen und Geschlechtskrankheiten schützen
Um Harnwegsinfektionen und Geschlechtskrankheiten durch Bakterien, Viren oder Pilze vorzubeugen, ist es sinnvoll, einige Hygienemaßnahmen und schützende Verhaltensweisen zu berücksichtigen:
- Gründliche Intimhygiene, auch bei der Partnerin oder dem Partner, zur Vorbeugung von aufsteigenden Infektionen über die Harnwege
- Waschrichtung von vorne nach hinten
- Auf hygienische Waschhilfsmittel achten (bei über 60 °C waschen oder Einmalwaschlappen verwenden)
- Wasserlassen nach dem vaginalen Geschlechtsverkehr
- Verwendung von Kondomen zum Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen
- Behandlung von Infektionen (auch bei der Partnerin oder dem Partner, um wechselseitige Ansteckungen zu vermeiden)
- Geschlechtsverkehr bei erhöhter Infektionsgefahr durch die Partnerin oder den Partner vermeiden
- Vermeidung von wechselnden Sexualpartnerinnen oder -partnern
Bei Anzeichen einer Infektion im Intimbereich (z. B. Rötung, Juckreiz, Brennen beim Wasserlassen) sollte man seine Ärztin, seinen Arzt oder das Transplantationszentrum kontaktieren.
Diese Verhütungsmaßnahmen sind nach einer Transplantation geeignet
- Für Transplantierte ist die Empfängnisverhütung mit Kondomen oder Diaphragmen die sicherste Option.
- Die Einnahme von niedrigdosierten oralen Verhütungsmitteln („Pille“) ist möglich. Allerdings kann unter der Pille das Risiko u. a. für Blutgerinnsel und Bluthochdruck erhöht sein und sie schützt nicht vor Geschlechtskrankheiten. Bei der Einnahme von Immunsuppressiva ist die Wirkung der Pille vermindert, weshalb die zusätzliche Verhütung mit einem Kondom empfohlen wird.
- Transplantierte sollten die mögliche Einnahme der Pille und andere Verhütungsmethoden (z. B. Spirale, Vasektomie/Sterilisation, etc.) mit einer Gynäkologin oder einem Gynäkologen besprechen – allein oder als Paar.
Dating mit wechselnden Partnerinnen oder Partnern
Wer One-Night-Stands oder häufig wechselnde Sexualpartnerinnen oder -partner hat, sollte sich zusätzlich zu den allgemeinen Schutzmaßnahmen besonders vor sexuell übertragbaren Infektionen (STI) schützen. An erster Stelle steht hier die Verwendung von Kondomen. Je nach Sexpraktik gibt es zusätzliche Schutzmöglichkeiten. Auch die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) und Hepatitis-B-Viren bietet Schutz. Zudem kann man sich regelmäßig auf STI testen lassen. Im Falle einer Infektion kann eine frühe Behandlung dazu beitragen, Spätfolgen und eine weitere Ausbreitung zu vermeiden.
Weitere Informationen zu STI und Safer Sex bieten z. B. die Seite von gesund.bund.de und Liebesleben.
Kinderwunsch und Schwangerschaft nach einer Nierentransplantation
Erfüllung eines Kinderwunsches nach der Transplantation
Eine Schwangerschaft nach einer Transplantation und unter Immunsuppression ist möglich. Nach der Transplantation kehrt die Fruchtbarkeit bei Frauen und bei Männern wieder zurück. Wer keine Schwangerschaft möchte, sollte also verhüten.
Einige Immunsuppressiva (z. B. Mycophenolat-Mofetil, Mycophenolsäure, Everolimus/Sirolimus) können die Fruchtbarkeit reduzieren und Fehlbildungen des Fötus fördern. Bei Männern besteht ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen der Spermien.
Kontaktieren Sie bei einem Kinderwunsch so früh wie möglich Ihr Transplantationszentrum. Eine Schwangerschaft sollte geplant und vorher mit dem betreuenden Zentrum abgesprochen werden, da ggf. die Immunsuppression umgestellt oder angepasst werden muss.
Schwangerschaft nach der Transplantation
Nicht zu früh schwanger werden
- Bei einer Schwangerschaft muss das neue Organ zuerst einmal gut funktionieren. Eine Schwangerschaft direkt nach der Transplantation wird deshalb nicht empfohlen.
- Zwischen Transplantation und Schwangerschaft sollte mindestens ein Jahr liegen.
- Die immunsuppressive Behandlung muss stabil sein und so eingestellt werden, dass keine negativen Auswirkungen auf das Kind zu erwarten sind.
Das neue Organ muss einwandfrei funktionieren und die Frau muss fit und gesund sein
- Das Spenderorgan muss voll funktionsfähig sein und stabil arbeiten mit guter Nierenfunktion und der Harnabfluss sollte normal sein.
- Die Frau muss in einem guten Allgemeinzustand sein und sollte einen normalen oder gut therapierten Blutdruck und Blutzucker haben.
Vor einer Schwangerschaft
Wenn Sie eine Schwangerschaft planen, lassen Sie sich vorher ausführlich von Ihrem betreuenden Transplantationszentrum beraten. So kann alles möglichst gut geplant werden und Komplikationen werden vermieden.
Während der Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft ist es wichtig, dass Ihre Ärztinnen und Ärzte aus Gynäkologie, Nephrologie und dem Transplantationszentrum eng zusammenarbeiten, um Sie bestmöglich zu unterstützen. Die (Mit-)Betreuung der Schwangerschaft und unbedingt die Geburt sollten im Transplantationszentrum erfolgen, da nur dort die notwendige Erfahrung und Expertise für die besondere Situation von Transplantierten vorhanden ist.
Nach der Schwangerschaft
Auch nach einer Schwangerschaft sollten Sie sich weiterhin regelmäßig mit Ihren behandelnden Ärztinnen und Ärzten absprechen. Einige Immunsuppressiva können sich beispielsweise in der Muttermilch anreichern, weswegen Risiken und Vorteile des Stillens abgeklärt werden sollten.
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Quellen und weiterführende Literatur
Auswärtiges Amt – Reise- und Sicherheitshinweise. https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/reise-und-sicherheitshinweise
Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH) GbR. https://www.bih.de/integrationsaemter
Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz – Info Gesundheit e.V. Alltag nach der Organtransplantation – Zurück im Leben. Auflage 2017.
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. https://www.bzga.de
Centrum für Reisemedizin. https://www.crm.de
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. https://www.dge.de/
Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e. V. https://www.dtg.org
Deutsche Gesellschaft Rehabilitationssport für chronisch Nierenkranke e. V. http://reni-online.de/transplantierte
NDR. Ratgeber Gesundheit. Ernährung bei Bluthochdruck. https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Ernaehrung-bei-Bluthochdruck-Diese-Lebensmittel-helfen,bluthochdruck146.html
Deutsche Diabetes Hilfe. Ernährung bei Diabetes mellitus. https://www.diabetesde.org/ernaehre-mich-diabetes
NDR. Ratgeber Gesundheit. Ernährung bei Fettstoffwechselstörungen. https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Ernaehrung-bei-Fettstoffwechselstoerung,fettstoffwechsel102.html
gesund.bund.de. Sexuell übertragbare Infektionen: Wie man sich schützen kann. https://gesund.bund.de/sexuell-uebertragbare-infektionen-sti#auf-einen-blick
Liebesleben. https://www.liebesleben.de/
REHADAT https://www.rehadat.de/
Ständige Impfkommission (STIKO). Impfungen nach einer Organtransplantation https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/s00103-020-03123-w.pdf
Transdia Sport Deutschland e. V. https://transdiaev.de
Die Inhalte wurden in enger Zusammenarbeit mit einem Beirat aus Patientenorganisationen und Ärztinnen und Ärzten erstellt.


