Menschen helfen und gleichzeitig den Planeten schützen
Am 12. März ist wieder Weltnierentag #OurKidneysOurPlanet
Chronische Nierenerkrankungen gehören weltweit zu den häufigsten lebenslangen Krankheiten. So ist Schätzungen zufolge weltweit etwa jede zehnte Person von einer CKD betroffen.1 Besonders tückisch ist, dass sich die Erkrankung in den frühen Stadien oft ohne spürbare Beschwerden entwickelt. Wird die Erkrankung jedoch zu spät erkannt, sind schwere gesundheitliche Folgen möglich – bis hin zu einem Nierenversagen, wodurch die Betroffenen auf eine Dialyse oder Nierentransplantation angewiesen sind.
Um die Aufmerksamkeit und das Wissen rund um die Themen Nieren und Nierengesundheit zu stärken, findet jedes Jahr im März der Weltnierentag statt – so auch in diesem Jahr am 12. März. Neben der individuellen Vorsorge spielen auch gesellschaftliche und ökologische Faktoren eine Rolle bei der Nierengesundheit. Weltweit haben nicht alle Menschen den gleichen Zugang zu medizinischer Versorgung und Behandlung. Gleichzeitig zeigen neue Erkenntnisse, dass Umweltfaktoren wie Luftverschmutzung, extreme Hitze oder Dehydrierung die Nierengesundheit beeinträchtigen können. Steigende Temperaturen begünstigen zudem die Ausbreitung bestimmter tropischer Infektionskrankheiten, die ebenfalls die Niere schädigen können. Viele dieser Risiken nehmen im Zuge des Klimawandels weiter zu und betreffen besonders häufig Menschen in Ländern des globalen Südens. Umso wichtiger ist es, Nierengesundheit ganzheitlich zu betrachten, weshalb der diesjährige Weltnierentag ganz unter dem Motto „Kidney Health for All: Caring for People, Protecting the Planet“ steht.
Dabei richtet sich der Blick nicht nur auf die Auswirkungen des Klimawandels auf die Nierengesundheit, sondern ebenfalls auf die Belastungen für die Umwelt, die durch fortgeschrittene Nierenerkrankungen entstehen. Nierenersatzverfahren wie die Dialyse sind beispielsweise sehr ressourcenintensiv: So werden große Mengen an Wasser, Energie und Einwegmaterialien für die mehrmals wöchentlich anstehenden Dialysesitzungen verbraucht. Schätzungen zufolge kann eine einzige Sitzung einen CO2-Fußabdruck verursachen, der einer Autofahrt von rund 240 Kilometern entspricht.2 Dadurch entsteht ein sich selbst verstärkender Kreislauf: Klimaveränderungen können Nierenerkrankungen begünstigen – und ihre Behandlung kann wiederum zur Umweltbelastung beitragen.
Umso wichtiger ist es, chronische Nierenerkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu verhindern. Einfache Untersuchungen wie Blut- und Urintests können Hinweise auf eine eingeschränkte Nierenfunktion geben. Werden Risiken früh erkannt, lassen sich oft Maßnahmen ergreifen, die das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen und schwere Komplikationen vermeiden. Gleichzeitig kann auch die Behandlung selbst nachhaltiger gestaltet werden. Dialyseformen zu Hause können für viele Patient*innen Vorteile bieten – sowohl für die Lebensqualität als auch für die Umwelt. Zusätzlich wird weltweit an ressourcenschonenderen Dialyseverfahren geforscht, etwa durch effizientere Geräte oder eine nachhaltige Nutzung von Wasser und Materialien.
Der Weltnierentag erinnert uns daher daran: Der Schutz unserer Nieren und der Schutz unserer Umwelt gehören zusammen. Frühzeitige Vorsorge, bessere Aufklärung und ggf. neue oder innovative Behandlungskonzepte können dazu beitragen, sowohl die Gesundheit der Menschen als auch die unseres Planeten langfristig zu schützen.
Auch Sie können dabei helfen, das Bewusstsein für diese Zusammenhänge zu stärken. Nutzen Sie beispielsweise die Hashtags #WorldKidneyDay, #OurKidneysOurPlanet und #KidneyHealthForAll in den sozialen Medien oder sprechen Sie in Ihrem Umfeld das Thema an!
- Collaboration GCKD. Lancet. 2020;396:1-18.
- World Kidney Day. 2026. https://www.worldkidneyday.org/2026-campaign/#_ftn1 (zuletzt abgerufen am 10.03.2026).
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