Die Zeit bis zur neuen Niere – Alles, was Sie zur Warteliste wissen müssen
Die Wartezeit auf eine Spenderniere ist für viele Patient*innen eine belastende und emotional herausfordernde Zeit. Neben medizinischen Fragen bestehen häufig auch Unsicherheiten rund um die Warteliste oder den Alltag während der Wartezeit. Genau hier setzt unsere neue Informationsbroschüre an: Sie begleitet Patient*innen Schritt für Schritt auf dem Weg zur Nierentransplantation. Dabei greift sie häufige Fragen frühzeitig auf und bietet verständliche Antworten.
Der Weg zu einer Nierentransplantation kann zunächst unübersichtlich und überwältigend wirken. Bereits zu Beginn stehen wichtige Entscheidungen und Untersuchungen an. Nach der Überweisung durch die behandelnden Nephrolog*innen erfolgt die Anmeldung im Transplantationszentrum und die Aufnahme auf die Warteliste. In Deutschland entscheiden Transplantationszentren auf Grundlage medizinischer Kriterien und festgelegter Richtlinien über die Aufnahme auf die Warteliste. Die Patientendaten werden anschließend an die Stiftung Eurotransplant übermittelt, die die zentrale Warteliste organsiert und während der gesamten Wartezeit regelmäßig aktualisiert.1 Da die Organvergabe länderübergreifend für alle acht Eurotransplant-Länder erfolgt, erhöht sich die Chance, ein passendes Organ zu finden. Welche Patient*innen ein Organangebot erhalten, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören unter anderem die bisherige Wartezeit, die Erfolgsaussichten der Transplantation, immunologische Merkmale, die Organaustauschbilanz der Eurotransplant-Länder sowie das Alter der Patient*innen. Um zu überprüfen, ob ein Spenderorgan passt, wird das Humane-Leukozyten-Antigen-(HLA-)-Matching angewandt.2 Je höher die Übereinstimmung der HLA-Merkmale zwischen Spender*in und Empfänger*in, desto geringer ist das Risiko einer Abstoßung des Spenderorgans.
Stehen Patient*innen auf der Warteliste gibt es verschiedene Verteilprogramme, die nach unterschiedlichen Regeln die Vergabe von gespendeten Nieren nach bestimmten Kriterien steuern.3 Zusätzlich kann in Einzelfällen auch eine hohe Dringlichkeit festgestellt werden, bspw. wenn ein lebensbedrohlicher Zustand vorliegt, bei dem keine Dialyse mehr möglich ist. Dieser Status muss immer von unabhängigen Prüfer*innen begutachtet und begründet werden. Patient*innen auf einer Warteliste werden mit unterschiedlichem Status geführt.4,5 Mit einem Status T (transplantabel) sind Patient*innen aktiv auf der Warteliste und müssen jederzeit erreichbar sein. Patient*innen mit Status NT (nicht-transplantabel) sind auf der Warteliste gemeldet, eine Transplantation ist aus verschiedenen Gründen, wie einer akuten Erkrankung, einer Reise oder mangelnder Wahrnehmung von Kontrolluntersuchungen nicht möglich.
Unsere neue Broschüre „Die Warteliste – Ihr Weg zur Nierentransplantation“ greift Themen des täglichen Lebens auf: Ernährung, Beruf, Freizeit und Kontrolluntersuchungen werden im Zusammenhang mit der bevorstehenden Nierentransplantation beschrieben und erklärt. Besonders hilfreich sind auch die enthaltenen Checklisten für die verschiedenen Phasen der Warteliste. Sie enthalten einen Überblick darüber, was wann zu tun ist und welche Unterlagen oder Untersuchungen benötigt werden. Ergänzend führen QR-Codes zu FAQs, anschaulichen Erklärvideos sowie weiteren Informations- und Kontaktangeboten.
Die neue Informationsbroschüre soll Patient*innen und Angehörige dabei unterstützen, die Zeit auf der Warteliste besser zu verstehen und sich auf die kommenden Schritte besser vorbereitet zu fühlen. Sie können die neue Broschüre hier herunterladen.
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Organspende – Die Entscheidung zählt! https://www.organspende-info.de/organspende/ablauf-einer-organspende/wartelisten-vermittlung-transplantation/ (abgerufen am 11.05.2026).
- Deutsche Gesellschaft für Immunologie e. V. Immunologie für Jedermann. Organtransplantation. https://das-immunsystem.de/wissenswertes/organtransplantation/abstossung-und-immunsuppression/ (abgerufen am 11.05.2026).
- Eurotransplant. Manual (engl.) https://www.eurotransplant.org/allocation/eurotransplant-manual/ (abgerufen am 11.05.2026).
- Bundesärztekammer. Neubekanntmachung der Richtlinie gem. § 16 Abs. 1 S. 1 Nrn. 2 u. 5 TPG für die Wartelistenführung und Organvermittlung zur Nierentransplantation https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/BAEK/Ueber_uns/Richtlinien_Leitlinien_Empfehlungen/RiliOrgaWlOvNiereTx20260119.pdf (abgerufen am 11.05.2026).
- Transplantationszentrum München der LMU. https://www.lmu-klinikum.de/transplantationszentrum-lmu/patienteninfos/organtransplantation/nierentransplantation/vorbereitung-einer-nierentransplantation-und-warteliste/876e0a6ab02e4d41 (abgerufen am 11.05.2026).
Bildquelle: Bild von Magnific
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