Gut geschützt durch den Sommer

Gut geschützt durch den Som­mer

Sonnenschutzmittel, Sonnenbrille und Strohhut auf einem gestreiften Strandtuch im Sand.

„Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf dem Sonnen­deck (…)“ – hört man im Radio und weiß, es ist endlich wieder Sommer. Bei strahlen­dem Sonnen­schein und Sommer­hitze ist ein guter Sonnen­schutz grund­sätzlich für alle Menschen wichtig. Nach einer Trans­plantation sollten Sie aber ganz besonders auf einen effektiven UV-Schutz achten. Denn die immun­suppressiven Medi­kamente, die Sie nach der Trans­plantation zum Schutz ihres neuen Organs vor dem körper­eigenen Immun­system einnehmen müssen, erhöhen das Risiko für Haut­krebs. Das liegt daran, dass das körpereigene Immunsystem herunter­reguliert wird und so auch die Abwehr von Krebs­zellen geschwächt ist.1,2

Für einen effektiven Sonnen­schutz können Sie sich gut an dem australischen Sprich­wort „Slip, Slop, Slap“ (Schutz durch Kleidung, Sonnen­schutzmittel und Hut) orientieren. Eine halbe Stunde vor dem Aufenthalt im Freien sollten Sie sich mit einem Breitband-Sonnen­schutzmittel mit hohem Licht­schutzfaktor (LSF) eincremen. In Studien konnte gezeigt werden, dass ein LSF 50+ den höchsten Schutz gegen Haut­krebs bietet.3 Personen mit hellerem Hauttyp sollten generell zu Sonnen­schutzmitteln mit höherem LSF greifen. Wichtig ist auch die Verwendung der korrekten Menge an Sonnen­schutzmittel. So sollten Erwachsene durch­schnittlich vier gehäufte Esslöffel auf­tragen, um eine Konzen­tration von 2 mg/cm2 Haut zu erreichen (wenn der ganze Körper eingecremt wird). Alle ein bis zwei Stunden, besonders nach dem Schwimmen oder bei starkem Schwitzen, sollte der Schutz unbedingt aufgefrischt werden.4 Mittler­weile gibt es einige medizinische Sonnen­schutzprodukte auf dem Markt, die gezielt auf die Bedürf­nisse empfindlicher oder immun­supprimierter Haut zu­geschnitten sind. Lassen Sie sich auf der Suche nach dem richtigen Sonnen­schutzprodukt dazu am besten in Ihrer Apotheke oder in Ihrem Transplantations­zentrum beraten.

Zusätzlich zur An­wendung von Sonnen­schutzmitteln sollten Sie ins­besondere sonnen­exponierte Hautareale (z. B. Kopf, Hals, Dekolleté sowie Hände, Arme, Schulter, Füße und Beine) mit der richtigen Kleidung vor UV-Strahlung schützen. Es empfiehlt sich auf lockere und langärmlige Kleidung sowie Hüte mit breiter Krempe zurück­zugreifen. Dabei bieten dicht gewebte, dunkle Stoffe einen besseren Schutz als die typische helle Sommer­kleidung aus dünnem Stoff.5-7 Zwischen 11 und 16 Uhr ist die UV-Strahlung am intensivsten, weshalb Sie in dieser Zeit eine direkte Sonnen­einstrahlung vermeiden sollten. Denken Sie daran, dass auch im Schatten ein zusätzlicher Sonnen­schutz not­wendig ist.

Trotz aller Schutz­maßnahmen sind bösartige Haut­veränderungen möglich. Daher wird allen transplantierten Personen empfohlen, mindestens einmal jährlich zur Haut­krebsvorsorge zu gehen.8 Zwischen den Terminen bei Ihren Dermatolog*innen sollten Sie Ihre Haut selbst regel­mäßig screenen, um neue oder auffällige Haut­veränderungen (z. B. Muttermale, raue Stellen oder nicht heilende Wunden) früh­zeitig zu erkennen. Als Unter­stützung können Sie dafür unser Haut­tagebuch zum Download nutzen, das Ihnen sowohl hilfreiche Tipps für die Suche nach Auffälligkeiten als auch einen strukturierten Über­blick bietet.

Mit ein paar kleinen Vorsichts­maßnahmen können Sie auch nach Ihrer Trans­plantation die warmen Monate in vollen Zügen genießen. Wir wünschen Ihnen einen schönen Sommer!

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