Der Lebenskreis – Eine Ehrung für das Geschenk des Lebens

Der Lebens­kreis – Eine Ehrung für das Ge­schenk des Lebens

Die Initiative Lebenskreis rückt Organspender in den Fokus und sagt Danke.

Eine Organ­spende kann vielen schwer­kranken Menschen die Chance auf ein neues Leben bieten. Doch sie bedeutet immer auch den Verlust eines ge­liebten Menschen – und eine Ent­scheidung, die häufig die Angehörigen in einer der schwersten Stunden ihres Lebens treffen müssen. Diese Menschen in den Mittel­punkt zu rücken und ihnen öffentlich Dank­barkeit und Wert­schätzung entgegen­zubringen, ist das Ziel einer besonderen Initiative: dem Lebenskreis.1

Ins Leben gerufen wurde der Lebens­kreis durch den gemein­nützigen Verein Junge Helden e. V., der seit seiner Gründung 2003 über das Thema Organ­spende aufklärt. Gemeinsam mit der Kinderhilfe Organ­transplantation e. V. (KiO) und unter Beteiligung der Deutschen Stiftung Organ­transplantation (DSO) wollen sie verstorbenen Organspender*innen, ihren Hinter­bliebenen sowie Menschen, die eine Niere oder einen Teil ihrer Leber gespendet haben, danken.1 Die erste Ver­leihung fand am 30. Oktober 2025 in Berlin statt. Dabei erhielten die Ange­hörigen von acht ver­storbenen Organspender*innen stell­vertretend den Lebens­kreis. Im Mittel­punkt der Veranstaltung standen ihre persönlichen Geschichten, die einen Moment des Inne­haltens, Dankens und Erinnerns boten.

Das Symbol auf dem Lebens­kreis steht für das „Geschenk des Lebens“: Zwei Halb­kreise fügen sich zu einem voll­ständigen Ganzen zusammen.1 Der Lebens­kreis kann zwar die Trauer nicht lindern, er setzt jedoch ein Zeichen der öffentlichen An­erkennung für die Großzügig­keit eines anderen Menschen und hebt die Wichtigkeit der Organ­spende hervor. Und diese Aufmerksam­keit ist dringend nötig: Obwohl die Zahl der Organ­spenden zuletzt um 3,4 % angestiegen ist, warteten Ende 2025 noch immer mehr als 8.000 Menschen auf ein lebens­rettendes Organ.2

Jeden Tag sterben drei Menschen auf der Warte­liste, weil sie keine rettende Organ­spende erhalten.2 Umso wichtiger ist es, dass man seine Entscheidung zu Lebzeiten klar kommuniziert und doku­mentiert. Denn in Deutsch­land gilt die erweiterte Zustimmungs­regelung, was bedeutet, dass Organe nur entnommen werden dürfen, wenn eine aus­drückliche Zustimmung vorliegt – sei es durch den Ver­storbenen selbst oder durch Angehörige, die in seinem Sinne entscheiden.3 Ein Eintrag im Organ­spende-Register oder ein ausgefüllter Organspende­ausweis schafft Klarheit über den eigenen Willen und kann den Hinter­bliebenen im entscheidenden Moment die Last dieser schwierigen Entscheidung nehmen.4 So kann jede dokumentierte Entscheidung dazu beitragen, Leben zu retten – ganz im Sinne des Lebens­kreises.

Weitere Infor­mationen zum Lebens­kreis sowie zu den Laudationes der geehrten Organspender*innen finden Sie unter: www.junge­-helden.org/mit­machen/lebens­kreis.

  1. Junge Helden. https://junge­-helden.­org/mit­machen/lebens­kreis (zuletzt ab­gerufen am 31.08.2026).
  2. Deutsche Stiftung Organ­spende. 2026. https://dso.de­/Site­Collection­Documents/DSO-Jahres­bericht_2025.pdf (zuletzt ab­gerufen am 31.08.2026).
  3. Organ­spende. https://www.organ­spende-info.de/­gesetzliche-grund­lagen/entscheidungs­loesung/InDeutschland­wirddie­Organstellvertretend­dieAngehrigen­zugestimmt%20haben. (zuletzt abgerufen am 31.08.2026).

Bildquelle: Junge Hel­den e.V.

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